Teil eines Werkes 
1 (1843)
Entstehung
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dem Menſchen, der ſein Heimathland, und wär's die kleinſte Kreideinſel der Oſtſee vder ein einſamer Wieſen⸗ fleck in dürrer Haidewüſte, nicht höher hält als irgend ein Paradies der Erde! Wer könnte an des Untreuen Treue glauben, der nicht dankbar das Neſt vor allem geliebt, das ihm Schutz gab, als er ein nacktes Vöglein war? Herr Komthur, ich möchte nicht mit einem ſolchen aus einem Becher trinken. Nur Thoren können drum den Sänger tadeln, der ſein Heimathland im Geſang zu verherrlichen ſtrebt, und thäten's Alle, denen der Himmel des Sanges Weihe gab, es würde ein ſchöner Kranz werden, dem nirgend die ſchönſte Blume der Poeterei, die Wahrheit, mangelte, und das heilige Harfenſpiel würde nicht durch derlei Klingklang, wie wir eben zu hören bekamen, ſchändlich beſudelt werden. Iſt doch auch keine Gegend der Erde ohne eigenthümliche Reize; die Tugenden und Laſter wachſen in jedem Menſchenacker, und ein jeder Menſchenſtamm hat ſeine Großthaten, wenn ſie auch nicht immer gleichen Lärm gemacht.

Der Tempelherr drückte traulich des Deutſchen Hand, der ſchottiſche Ritter aber ſagte mit Hitze:Laßt Euch nicht irre machen, Kamerad! Beim Sankt Jakob, ich habe immer gern zugehorcht, wenn Ihr vom Hochgebirg und dem Edelhirſch und der Jagd auf rother Haide ſan⸗ get, und ſelbſt die beſten Sackpfeifer unſers Hochlandes

darob vergeſſen. Und will der ſchwarzhaarige Fant Euch

necken, vertraut auf mich und mein Eiſen. Wir Zwei fegen ſchon den ganzen Saal rein, als wär's eine Fuchshatz.

Der franzöſiſche Ritter hatte ſich bereits wieder in ihrer Nähe eingefunden und zog ein Frauenzimmer, ge⸗ ſchmückt gleich einer Prinzeſſin, mit ſich heran, welches nur mit Sträuben ihm folgte.