—
8
Vergnügen iſt, und wo man nur im Traume lieben und
trinken darf, will man das Mark in den Gebeinen be⸗ halten.“—
Hinter dem beſetzten Tiſche erſcholl das Gelächter des kleinen, immer gleichmüthigen Guillaume von Fieües. „Warum ſchluckteſt du mit der Gier des Schakals vom Seefiſche und dem Schildkrötenbraten?“ lachte er.„Je⸗ nes macht Durſt, dieſes weckt verpönte Lüſte. Mach's wie ich, Pierre; dieſes zarte Kaninchenfleiſch, die friſche Feige dazu und Zitronenwaſſer mildern das heiße Blut und ſind Geduldsarzneien, die uns vor Allen nöthig.“—
„Strohkopf!“ ſchalt der erhitzte Briſſac.„Beim Saint Denis, wir ſtiegen nicht zu Aiguesmortes in das Schiff, um hier als Säuglinge an den Ammenbrüſten der Mohrinnen zu trinken.“—
„O lägen wir in weichen Windeln und würden von feinen Händen geſchaukelt, Herr Bruder!“ ſeufzte kopf⸗ ſchüttelnd der kleine Ritter.„Ich habe weder das lecke, ſchwankende Schiff, noch dieſen großen Kirchhof ſo an⸗ genehm gefunden wie den Polſterſtuhl im Mutterſchloß daheim, und möchte uns dein heiliger Denis recht bal⸗ digſt wieder dahin führen.“—
„Krächze nicht am Tage, du Eule!“ ſchrie unwirſch der Schwarzkopf.„Die Zither her! Singen kann man doch auf dieſem Mauritius⸗Roſt. Reihe um gehe die Zither, jeder ſinge, wonach ſein Herz am glühendſten ſich ſehnet, und verdammt ſei die ausgetrocknete Kehle, die nicht wenigſtens ein Couplet am Altare der gemeinſa⸗ men Luſt opfert!“—
Die Zither ward gebracht, und nach der Reihe ſan⸗ gen die Junker. Manch Schelmliedlein erklang, manch Verslein, das die Nacht bedurft, um die Schamröthe


