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des Sängers zu bergen, hätte er noch zu erröthen ver⸗ mocht. Dieſer beſchrieb die Reize ſeiner Schönen von der Fußſpitze hinauf bis zur gefärbten Augenbraune; jener die Myſterien ſeiner Schäferſtunde; der Provengale parodirte mit ſündhaftem Witz eine Legende; der Spa⸗ nier ſang eine frevelhafte Canzone an eine Nonne, ja die leichtfertigſten miſchten ſogar das Lob der Gräuel und Laſter jener ſittenloſen Zeit unverſchämt zu dem Klange des beleidigten Saitenſpiels.
Jetzt kam die Reihe an einen jugendlichen Kriegs⸗ mann, der bisher im Geſpräch mit einem ältlichen Tempelherrn und einem bartloſen Schotten am Rande des Gewühls geſeſſen, und nur zuweilen einen ernſten Blick auf das bacchantiſche Getümmel geworfen hatte. Der Ritter zeichnete ſich aus im Kreiſe der Uebrigen durch das lange, flachsblonde Haar, das über ſeinen nervigten Nacken herabfloß, durch die weiße Hautfarbe ſeines Geſichts und das hellblaue Auge, wie auch durch die einfache, enge Tracht von feinem Hirſchleder, deren einziger Schmuck in einem dunkelrothen Schwertgurt beſtand. Er nahm die Zither und fuhr mit der weißen Hand durch die Saiten, als Ritter Briſſac aufſprang und raſch zu ihm trat.
„Mit Verlaub, Herr Kuno von Gruben, ein Wort zuvor!“ rief er mit ſpöttiſch verzogenem Munde.„Oft hat uns auf dem Schiffsdeck euer Geſang gemartert von den Tannenbäumen und den Schneefeldern, von dem Hexenberge, wo der Teufel in der Mainacht Sabbath hält, und von euren alten, grämlichen Herzögen, die droben im kleinen Ohrwinkel Europa's wohnen, in Steinlöchern hauſen, auf dem Eiſe fechten und gegen die Nordbären zu Felde ziehen oder ihren tugendſamen


