Teil eines Werkes 
1 (1843)
Entstehung
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und Babylon hielt es in ſeiner Milde und Menſchlich⸗ keit für unrecht, ſeine Völker zu opfern ohne völlige Gewißheit des Sieges, und er beſchloß deßhalb die An⸗ kunft ſeines Bruders, des Königs von Sicilien, zu er⸗ warten. Manches Feldherrn kluges Zaudern gewann ihm den immergrünen Lorbeer, doch in dieſer Lage und auf dieſem Kampfplatze mußte jede Zögerung Ver⸗ derben bringen. Der müßige Krieger ward nachläſſig und ausſchweifend; die ſengende Sonne des Auguſtmon⸗ des ſog die Kraft aus den Gliedern der abendländiſchen Mannen; es gebrach an friſcher Frucht und erquickender Koſt, es fehlte an ſüßem Waſſer für dieſe Tauſende, denn die wenigen Bäche des Landes waren ausgetrocknet, und die Flüſſe nur ſeichte Schlammwäſſer geworden; und die Kriegspeſt ſchlich ſich in das Heer von Gezelt zu Gezelt und zehntete die tapfern Schaaren auf furchtbare Weiſe. Der Cardinallegat Albano fiel ihr zum Opfer; der junge Graf von Nevers, Ludwigs Lieblingsſohn, ſtarb in den Armen des gebeugten Vaters, und der alte König ſelbſt fühlte das Gift der tödtenden Seuche in ſeinen Gebeinen, lag in ſeinem Gemach mit frommer Ergebung betend für das Heil ſeiner Krieger und ſeines Volks, ſchrieb wie ein ſcheidender Weltweiſer für ſeinen älteſten Prinzen eine Geſetztafel für gute Könige nieder, und verſammelte um ſein mit Aſche beſtreutes Schmer⸗ zensbett täglich die erfahrenſten ſeiner Heerführer und Ritter, und gab ihnen mit der ruhigen Beſonnenheit eines ſterbenden Gerechten Rath und Befehle. Mittag war vorüber, ein milderes Wehen der Luft verkündete den erquickenden, doch für den geſchwächten, ausgetrockneten Körper nicht minder gefährlichen Abend. Fern vom Lager am Rande des langſam zum Meere