hundert mauriſche Jünglinge hatten tollkühn die Wälle
4 Sicherheit geſchehen könne, und er die Rache des tyran⸗ niſchen Sultans von Egypten, des damaligen Ober⸗ hauptes der Moslemins, nicht zu fürchten habe. Das Erſcheinen einer europäiſchen Heeresmacht, ſo meinte König Ludwig, genüge hiezu; eine Vereinigung mit den Kriegern von Tunis, die Hülfe der überfüllten Schatz⸗ kammern der mauriſchen Fürſten, ſchien dann die Be⸗ zwingung des Gewalthabers zu Babylon gewiß zu
machen, und mit dem Sturze des Sultans und der
treuloſen Emire und Mamelucken Egyptens, denen über⸗ dies Frankreich aus früherm unglücklichen Kriegszuge eine Züchtigung ſchuldete, leuchtete klar und das fromme Herz zu jugendlicher Entzückung entflammend dem alten Könige die völlige Freiheit Paläſtina's und die beſeli⸗ gende Erfüllung ſeiner Gelübde entgegen.
Von den Ufern Sardiniens, aus Cagliari's Hafen, war die chriſtliche Flotte gleich einem reinen, ruhigen Schwanenzuge herangeſegelt und hatte ungeſtört eine Inſel nahe der Küſte betreten; doch kein Freundesgruß begrüßte ſie; die Küſte ſelbſt erſchien baldigſt mit Tur⸗ banen und mauriſchen Helmen beſäet, wenn auch der Widerſtand nicht von Dauer war; arabiſche Reiterſchaa⸗ ren ſprengten gegen die vorausgeſchickten Heerhaufen, es galt Krieg, den Blutkampf des alten, unauslöſchlichen Fanatismus, und Karthago mit ſeiner Veſte mußte ge⸗ wonnen werden, um dem Frankenheere einen Anlehne⸗ punkt zu ſichern, und ward nach blutigem Sturme ge⸗ nommen. Für den König, für die Prinzen, für die Fürſtinnen und Ritterfrauen, die ſich nach der Sitte jener Zeit dem Kriegeszuge angeſchloſſen, fanden ſich bequeme Wohnungen in der eroberten Stadt; einige


