Teil eines Werkes 
3. Bd. (1847)
Entstehung
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Geſellſchaft, aber das Geſicht, das wir geſchaut, war ein völlig fremdes.

Louiſe Sydney ſchauderte ein wenig zuſammen und eine todtenähnliche Bläſſe ergriff ſie. Sie drückte die Hände auf's Herz wie um das Klopfen deſſelben zu hemmen und bot ein Bild ſo ſchnei⸗ denden Weh's, daß ihre Mutter die Thränen nicht länger zurückzuhalten vermochte.

Du weinſt, theuere Mutter, und um meinet⸗ willen! Du, die ſo viele Jahre des Grams durch⸗ gemacht hat. Sie ſtreckte ihre Arme gegen ihre Mutter aus, dieſe drückte ihr Kind an die Bruſt und eine Zeit lang miſchten ſich ihre Thränen mit einander. Kein Verſuch, ſie zu beruhigen, hätte nur halb ſo viel Wirkung thun können, als das innige Mitgefühl ihrer Mutter, welches ſich ſo unzweideutig zu erkennen gab. Louiſe Sydney er⸗ kannte, daß ſie bis zu den paar letzten Stunden nie das Mutterherz mit ſeinen unerſchöpflichen Schätzen von Zärtlichkeit und Erbarmen zu wür⸗ digen gewußt hatte. Jetzt, in der Stunde der Noth, ſtrömte es ſeine ſanften Waſſer aus, um die Wunden ihres zerriſſenen Herzens zu lindern und zu heilen. Nachdem ſie ſich durch Thränen erleichtert, ſprach Louiſe wiederum den Wunſch aus, Strathern noch einmal zu ſehen.

Es mag eine Schwäche ſein, liebe Mutter, aber ich bitte Dich, mit mir Geduld zu haben,