132 Zwölftes Kapitel.
wenig mehr als das Haar verändert fand, begann die Pre⸗ digt. Er redete über die Schriftworte: Es iſt noch eine Ruhe vorhanden dem Volke Gottes. Seine Rede war lieblich und gewaltig. Sie zog aus dem verheißenden Gottesworte eine Fülle des Troſtes, des Friedens und der erhebenden Hoffnung für die vielgeprüfte Gemeinde, die ſich hier wieder zuſammengefunden hatte. Er erinnerte an alle überſtandenen Trübſale und pries die gnädige Durch⸗ hilfe Gottes, der ſie hier hoffentlich zur dauernden zeitlichen Ruhe gebracht. Er ging über von der irdiſchen Ruhe zu der ewigen, und mahnte die Gemeinde, zu beharren und treu zu ſein bis an den Tod, um wenigſtens der ewigen Ruhe theilhaftig zu werden.
Die ganze Gemeinde weinte und ſchluchzte laut. Paul war ſo überwältigt von all den Gefühlen, die auf ihn ein⸗ ſtürmten, daß er raſch die Kirche verließ, ſobald ſein Vater das Amen ausgeſprochen. Draußen ſtürzte er an die Bruſt ſeines jungen Freundes und rief vor Freude weinend:„Es iſt mein Vater, es iſt meine Großmutter! Allmächtiger Gott, wie wunderbar ſind deine Wege!“
Jetzt begriffen die beiden andern Begleiter erſt ganz, warum Paul in der Kirche ſo außerordentlich bewegt war. Während ſie ſelbſt ſtaunend und ergriffen von der wunder⸗ ſamen Fügung reden wollten, hatte Paul unverwandt ſein Auge auf die Kirchenpforte geheftet. Jetzt war der Schluß⸗ geſang zu Ende— jetzt hatte der Geiſtliche den Segen über die Gemeinde geſprochen— jetzt bewegte ſich der Zug aus


