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Glaubenstreue oder die Wallonen in der Pfalz : Erzählung / von Friedrich Blaul
Entstehung
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130 Zwölftes Kapitel.

läute der Glocken langſam durch das Portal der Kirche be⸗ wegte. Er ſchien bereits zum größten Theile in derſelben verſchwunden zu ſein. Die Reiter ſahen nur noch die letzten Perſonen desſelben, aber doch rief Paul plötzlich in lebhafter Erregung:Das müſſen Niederländer ſein! Ja, ja, ſo war ihre Tracht!

Ohne ein Wort weiter zu reden, gab er ſeinem Pferde die Sporen und ſprengte die kleine Anhöhe hinab der Kirche zu. Die andern folgten und holten ihn ein, als er eben aus dem Sattel ſprang. Er warf dem alten Simon den Zügel zu und trat mit hochklopfendem Herzen durch die ſchöne Hauptpforte in die hohe weite Kirche, deren dreifache Hallen von zwanzig mächtigen viereckigen Pfeilern getragen werden.

Paul, der eine Störung zu verurſachen fürchtete, wagte nicht, mitten durch die Kirche zu ſchreiten. Er trat rechts in das leere Seitenſchiff und ging leiſen Schrittes hinauf. Hinter einem Pfeiler blieb er ſtehen, und dahin folgten ihm auch die Begleiter, die dem alten Simon ebenfalls die Sorge für die Pferde überlaſſen hatten.

Jetzt ſchwieg der Geſang. Als die letzten Töne verhallt waren, begann eine bewegte, aber doch kräftige Stimme das Gebet mit den Worten des 84. Pſalms:Wie lieblich ſind deine Wohnungen, Herr Zebaoth, mein König und mein Gott. Wohl denen, die in deinem Hauſe wohnen, die loben dich immerdar. Und nun ſtrömte es von den Lippen des Be⸗ tenden wie ein Strom heiliger Begeiſterung. Seine ganze Seele ſchien ein Dank und Preis dem Herrn.