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Glaubenstreue oder die Wallonen in der Pfalz : Erzählung / von Friedrich Blaul
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Das Wiederfinden. 129

enges, waldiges Thal hinab, durch deſſen ſchmale Wieſen⸗ ſohle ein klares Bächlein murmelnd eilte. Noch eine kurze Strecke und das Thal erweiterte ſich ein wenig, und die beiden Fremdlinge hielten überraſcht ihre Pferde an. In mäßiger Entfernung vor ihnen ſchaute die Ruine einer alten Burg von einem frei hervorſpringenden, abgerundeten Hügel herab.

Das iſt die Otterburg, ſagte Sickingen;und am Fuße jenes Hügels liegt die alte, prächtige Abtei. Wir wer⸗ den ſie in wenigen Minuten erreicht haben. Jetzt verbirgt ſie uns noch die niedrige Anhöhe.

In dieſem Augenblicke ertönte der gedämpfte, aber doch volle, tiefe Ton einer großen Glocke, und gleich darauf fielen noch zwei andere ein.

Die Reiter trieben die Roſſe an und trabten den wenig anſteigenden Sandweg hinan. Bald waren ſie auf der niederen Anhöhe und blickten in ein ſchmales grünes Thal, aus dem nah und fern die glänzenden Spiegel der Fiſch⸗ teiche blitzten, welche heutzutage in grüne Wieſen umge⸗ wandelt ſind. Nahe bei ihnen lagen die Gebäude eines Bauernhofes, drunten im Thale aber ſtieg ein koloſſales prachtvolles Bauwerk empor, eine domartige Kirche in Kreu⸗ zesform, deren grauen Quadern man anſah, daß die Stürme von Jahrhunderten ſchon über ſie hingegangen. Und an dieſe Kirche ſchloſſen ſich die weitläufigen Gebäude einer großen Abtei. Was aber Pauls Aufmerkſamkeit am meiſten in Anſpruch nahm, war ein Zug, der ſich unter dem Ge⸗

Blanl, Glaubenstreue.(2. A.) 9