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Glaubenstreue oder die Wallonen in der Pfalz : Erzählung / von Friedrich Blaul
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Das Wiederfinden. 125

bis in den Juni des nächſten Jahres. Es war eine harte Zeit; aber neunmal ſchlugen wir die Stürme zu Land und See zurück, der Feind mußte abziehen und ſich zu einem Frieden verſtehen, der den Proteſtanten faſt mehr Rechte gab, als ſie zuvor beſeſſen hatten.

Jetzt gab's Luft, und ſchleunig eilte ich aus den engen Mauern der Nähe der Hauptſtadt zu, um zu ſehen, was aus Paul geworden ſei. In dem Dorfe bei Paris fand ich zwar die brave Bäuerin noch, aber den Jungen und ſeinen Begleiter nicht mehr. Paul war von ſeiner ſchweren Wunde geneſen und hatte mit dankbarem Herzen ſeine Wohlthäterin verlaſſen, um ſich nach Sevre oder nach la Rochelle zu be⸗ geben. Er hatte nicht gewußt, wie es an dieſen beiden Or⸗ ten ausſah. Neuer Kummer für mich. Was konnte aus den Beiden geworden ſein? Ich fürchtete ſehr, ſie möchten den Feinden in die Hände gefallen ſein. Mit dieſer Sorge im Herzen kehrte ich zurück. Zu meiner großen Freude fand ich Paul und den Diener ſchon in la Rochelle. Sie hatten ſich unterdeſſen viele Wochen lang in den Trümmern des Schloſſes Sevre aufgehalten, und Paul, der damals ein ge⸗ wandter Fiſcher war, hatte die ſchönen Teiche benützt und mit ſeinem Gefährten in den Forſten Wild gefangen, ſo gut es ohne Waffen gehen konnte. So hatten ſie ſich genährt, bis die Belagerung von la Rochelle aufgehoben war.

Schon dachte man daran, das Schloß Sevre wieder aufzubauen, aber mit dem Anfange des Jahres 1574 brach der Religionskrieg wieder los. Er dauerte über zwei Jahre.