Zwölftes Kapitel.
nun tobte plötzlich der Mord durch alle Straßen, und weder der Knabe noch Herr von Sevre waren zurückgekommen. Mein Entſetzen, ja meine Verzweiflung könnt ihr euch nicht vorſtellen. Ich weckte die zwei andern Diener, ließ den einen zur Bewachung des Hauſes zurück, und ſtürzte mit dem an⸗ dern hinaus, um meinen Herrn aufzuſuchen. Wir waren beide wohl bewaffnet, aber was konnte das helfen? Die zahlreichen und wohl vorbereiteten Feinde hieben und ſchoſſen in beſeſſener Wuth Jeden nieder, der nicht ihr Zeichen, nämlich das weiße Kreuz, an ſich trug. Da konnte nur Liſt helfen. Schnell zog ich mich mit meinem Begleiter wieder in unſere Wohnung zurück, und ehe eine Viertelſtunde ver⸗ ging, hatten wir uns weiße Kreuze angeheftet und waren wieder draußen mitten im Gewühle. O der Anblick war entſetzlich! Ich bin in Frankreich alt geworden und habe manch Blutbad mit angeſehen und durchgemacht, aber ſolch gräßliches Schlachten hatte ich noch nie geſehen. Wir ſuch⸗ ten nur vorwärts zu kommen, denn mein Ziel war die Woh⸗ nung des Admirals. Ich wußte, daß mein Herr jedenfalls zu dieſem eilen würde. Er war ja nur in Paris geblieben, um zum Schutze deſſelben zur Hand zu ſein. Glücklich er⸗ reichten wir auch das Haus, aber dort war leider ſchon Alles vorbei. Coligny's verſtümmelte Leiche hatten die Mörder zum Fenſter hinausgeſtürzt, die meines Herrn lag zerfetzt und zertreten in einem Vorzimmer, und nicht weit davon entfernt der kleine Paul. Der Junge hatte den De⸗ gen noch feſt in der Hand. Wie mir altem Kerl da war,
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