Druckschrift 
Glaubenstreue oder die Wallonen in der Pfalz : Erzählung / von Friedrich Blaul
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Das Wiederfinden. 121

junger Sickingen, Urenkel des berühmten Franz von Sickin⸗ gen, war von Zweibrücken, wo er ſich am herzoglichen Hof aufgehalten, mit einigen Freunden nach Schalodenbach ge⸗ kommen, um die Freuden der Jagd in den bedeutenden Wäl⸗ dern und der Fiſcherei in den großen Teichen des Thales zu genießen. Unter den Fremden waren zwei junge Männer aus Frankreich, welche die Dienerſchaft nur die beiden Hu⸗ genotten nannte. Es hieß, ſie wollten von Zweibrücken an den Hof des Pfalzgrafen Caſimir reiſen. Der einzige Die⸗ ner, den ſie mit ſich führten, war ein alter Mann mit wei⸗ ßem Haare, von Geburt ein Deutſcher, doch ſprach er die faſt verlernte Mutterſprache nicht viel beſſer, als wenn er ein geborner Franzoſe geweſen wäre und ſpäter erſt deutſch gelernt hätte.

Während die Herren in dem ſogenannten Saal der Burg beim Mittagsmahle ſaßen, waren die Diener in einer Halle, die zugleich als Küche und Geſindeſtube galt, in dem nämlichen Geſchäfte begriffen. Als der erſte Sturm auf die vollen Schüſſeln vorüber war, nahm Einer das Wort und ſagte:Herr Deutſchfranzos, ihr ſeid uns noch ein großes Stück eurer Erzählung ſchuldig, jetzt wäre die ſchönſte Ge⸗ legenheit, die Sache zu Ende zu führen. Ihr hattet abge⸗ brochen mitten in der ſchrecklichen Bartholomäusnacht.

O daß ich nicht mehr an jene Schreckensnacht denken müßte! begann der Alte;aber ich kann ſie ewig nicht ver⸗ geſſen. Ich hatte den Knaben ausgehen laſſen, meinen Herrn zu ſuchen, weil er ſich ſo ſehr um denſelben ängſtigte, und