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Glaubenstreue oder die Wallonen in der Pfalz : Erzählung / von Friedrich Blaul
Entstehung
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Die Ueberraſchung. 115

gingen, zeigten ſich die gegenwärtigen Bewohner der ehema⸗ ligen Zellen und ſonſtigen Räume mit einzelnen Lichtern.

Wie einſt im Pfarrhofe zu Antwerpen ſtand Clignet wieder auf einer Treppe, vor ihm die harrende Gemeinde. Er fühlte ſich eigenthümlich bewegt. Alles um ihn und über ihm, die Nacht und der Sternenhimmel, die eigenthümliche Beleuchtung des Ortes und das erwartungsvolle Schweigen in der Verſammlung, alles ergriff ihn auf wunderbare Weiſe. Er hatte ſeit zwei Sonntagen nicht mehr predigen dürfen, und es drängte ihn hier mächtig, nicht blos Bericht über ſeine Sendung abzuſtatten, ſondern auch einige Worte zur zur Erbauung, zum Troſte und zur Aufrichtung ſeiner ſchwerge⸗ prüften aber glaubenstrenen Gemeinde zu reden. Und er that's.

Wir haben hier keine bleibende Stadt, die zukünftige ſuchen wir. Das war das Grundwort ſeiner Anrede an die Verſammlung. Die Zuhörer wußten ja, wie dies Wort auf ſie paſſe, und er knüpfte daran den Bericht über das, was der Beſchützer ihres Glaubens jenſeits des Rheines verſprochen habe. Sodann wies er darauf hin, wie die Gnade des Herrn noch nicht aus ſei, und wie die Gemeinde in dankbarer Liebe gegen ihn beharren und im Glauben an ihn die zukünftige Stadt ſuchen ſolle, nämlich das Jeruſa⸗ lem, das droben iſt im Himmel. Mit einigen dankenden Gebetsworten ſchloß er ſeine kurze Anſprache.

Kaum hatte der Geiſtliche das letzte Wort geſprochen, da hob mitten in der Verſammlung eine Stimme zu ſingen an:Lobe den Herrn, meine Seele, und die ganze

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