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Glaubenstreue oder die Wallonen in der Pfalz : Erzählung / von Friedrich Blaul
Entstehung
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114 Elftes Kapitel.

Es war, als ob neuer Troſt in den bekümmerten Her⸗ zen der Frauen aufblühte, ſobald der Prediger nur unter das Dach getreten war. Und in der That fanden ſie die⸗ ſen Troſt auch in dem, was er ihnen nach der erſten Be⸗ grüßung mittheilte. Es war die freundliche Zuſage des Pfalz⸗ grafen Johann Caſimir, die Clignet von Neuſtadt mitbrachte. Sie richtete die niedergebeugten Gemüther weſentlich auf. Indeſſen blieb auf beiden Seiten immer noch ein ſchwerer Stein auf den Herzen, welchen abzuwälzen in den erſten Augenblicken des Wiederſehens noch kein Theil ſich getraute. Clignet hatte noch die immerhin erſchütternde Botſchaft von ſeines Sohnes Tode auf dem Herzen, die drei Frauen aber das, was ſich während der Abweſenheit des Hausvaters zugetragen, nämlich den bedenklichen Beſuch des kurfürſtli⸗ chen Höflings von Walden.

Noch war alſo von allem dem nichts über eine Lippe gekommen, als unten im Kloſterhofe Stimmen laut wurden. Nichts war natürlicher, als daß die erwartungsvolle Ge⸗ meinde aus dem Munde ihres zurückgekehrten Geiſtlichen den Erfolg ſeiner Sendung zu dem Herzoge Johann Caſimir zu erfahren wünſchte. Hing ja doch davon ihr künftiges Schickſal zunächſt ab. Clignet, der die Urſache des Ge⸗ räuſches im Hofe ſogleich erkannte, eilte hinab, um ſeiner Gemeinde zu berichten, daß er gute Botſchaft von jenſeit des Rheines bringe.

Der Kloſterhof füllte ſich mittlerweile immer mehr mit Menſchen. An den Fenſtern, die auf denſelben heraus⸗