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Glaubenstreue oder die Wallonen in der Pfalz : Erzählung / von Friedrich Blaul
Entstehung
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108 Zehntes Kapitel.

„Nun denn, ich will mit meinem Gemahl darüber reden.

Morgen in der Frühe ſollt ihr das Weitere erfahren.“

WMit dieſen Worten entließ die Fürſtin den Cavalier. Dieſer entfernte ſich unter tiefen Verbeugungen. Sie ſelbſt aber ſchickte ſich an, den Kurfürſten aufzuſuchen.

Ohne das mindeſte zu ahnen von dem neuen Sturme, der ſich gegen ihn erheben ſollte, eilte Clignet mit ſeinen beiden Begleitern dem Rheine zu, um wieder in die Heimat zu kommen, die leider in kurzer Friſt nicht mehr ſeine Hei⸗ mat ſein ſollte. Er hatte mit ſeinen beiden Freunden glücklich wie⸗ der das Ufer des Rheines er reicht, und zwar an der Stelle, wo ſich gegenwärtig die neu gegründete Stadt Lndwigshafen erhebt. In jener Zeit ſtanden hier nur ein paar kleine Häuſer, dar⸗ unter eine Herberge, in welcher die Fuhrleute und Reiſenden warteten, bis ſie mit der Fähre über den Strom geſetzt wer⸗ den konnten. Denn damals verband hier noch keine Brücke die beiden Ufer des Rheins. Und wenn der Blick vom linken Ufer nach dem rechten hinüberſchweifte, ſah er wohl Mannheim vor ſich liegen; aber das war keine Stadt, ſon⸗ dern ein geringes Dorf. Zur Rechten dieſes Dorfes ſpie⸗ gelten ſich die Mauern und Thürme des alten feſten Schloſſes Eicholsheim in den Fluthen des alten, majeſtäti⸗ ſchen Stromes, und etwas weiter zurück erhob ſich die noch ältere Burg Rheinhauſen.

Hier ſtanden die drei Wanderer und ſchauten über den Strom, deſſen ruhige Fluth die Strahlen der warmen Frühlingsſonne blitzend zurückwarf. Sie waren zu ſpät ge⸗