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Glaubenstreue oder die Wallonen in der Pfalz : Erzählung / von Friedrich Blaul
Entstehung
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106 Zehntes Kapitel.

Drohungen ſchrecken laſſen. Sie blieb einfach bei dem ſtehen, was die blinde Großmutter ſagte. Da iſt an kein Nachgeben zu denken.“

Die Kurfürſtin erhob ſich.„Sie müſſen fort,“ ſagte ſie feſt und beſtimmt:„fort ſo ſchnell als möglich, wenn größeres Unheil verhütet werden ſoll.“

„Wenn man den Prediger mit ſeiner Familie in aller Stille über die Grenze ſchaffen könnte,“ verſetzte Herr von Walden:„ſo wäre ſchon viel gewonnen. Ohne ihn würde ſich die Gemeinde vielleicht eines beſſeren beſinnen.“

„Wie ſoll man das anfangen?“ ſprach die Kurfürſtin.

„Ein wenig Gewalt würde vielleicht“——

Eliſabeth ließ den Cavalier nicht ausreden:„Gewalt?“ ſagte ſie:„nein, Herr von Walden, das ſei ferne! Wir würden uns am Ende gar verſündigen und das Uebel nur noch ärger machen.“

„Ich meine nicht gerade ſo,“ verſetzte der glatte Hof⸗ mann einlenkend:„ich dachte nur, man ſollte dem halsſtar⸗ rigen Prädikanten zeigen, daß es Geſetze gibt, nach welchen die Aufhetzer und Unruheſtifter im Lande beſtraft werden. Vielleicht würde er ſich von ſelbſt ſchneller davon machen.“

„Erklärt euch näher, wie ihr das eigentlich meinet,“ ſagte die Kurfürſtin mit einem forſchenden Blicke.

„Es iſt nicht zu leugnen,“erklärte Herr von Walden: „daß der Prädikant durch ſein Benehmen nicht nur ſeine Gemeinde zur offenen Auflehnung verleitet, ſondern auch anderwärts böſes Blut gegen die allergnädigſten kurfürſt⸗

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