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Der geheime Rath.
„Leider ſo viel wie nichts,“ verſetzte Herr von Wal⸗ den.„Ich begab mich auf euer kurfürſtlichen Gnaden Be⸗ fehl alsbald nach Schönau, um den walloniſchen Prediger zu ſprechen, erfuhr aber, er ſei vereiſt, und zwar über den Rhein. Indeß ging ich doch nach ſeiner Wohnung. Ich dachte, mit den Frauen ließe ſich vielleicht am erſten reden. Da traf ich denn zuerſt mit der Pflegetochter des Predigers zuſam⸗ men. Mit dieſer ließ ich mich in ein Geſpräch ein, und da ich ſah, daß ſie ſchüchtern und verlegen war, hoffte ich ſie zu beſtimmen, daß ſie ihren Pflegevater bitte, ſich dem lan⸗ desherrlichen Willen zu fügen. Als ich aber auf dieſes Ka⸗ pitel kam, fand ich ſie, trotz ihrem beſcheidenen Weſen, ei⸗ ſenfeſt. Sie ſagte, ſie könne und werde das nicht thun. Ich verſprach ihr ſo zu ſagen goldene Berge. Aber ſie ſagte mir rund heraus, ſie danke für jede Ehre und glän⸗ zende Verſorgung, denn ſie werde lieber ins Elend gehen, als auf ſolche Weiſe ein irdiſches Glück erkaufen. Ich ließ endlich Drohungen durchblicken, aber ſelbſt das wollte nicht verfangen. Sie ſagte darauf nur: Wir ſtehen in Gottes Hand und werden tragen, was dieſe Hand uns auferlegt! Ich ließ mich nicht abſchrecken, ſondern ging auch zur Frau des Predigers. Da war aber die blinde Alte, und dieſe hat mir in der That warm gemacht. Die iſt bibelfeſt, wie ein Superintendent, und hat mich geradezu einen Ver⸗ ſucher genannt. Des Predigers Frau ſcheint ein weiches Gemüth zu haben, ſie hatte nur Thränen, und doch irrte ich mich, als ich meinte, ſie würde ſich bereden oder durch


