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Glaubenstreue oder die Wallonen in der Pfalz : Erzählung / von Friedrich Blaul
Entstehung
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Die Hugenotten in Frankreich.

Als das Schiff im Hafen von Rochelle landete, fanden die Reiſenden die feſte Seeſtadt in eigenthümlicher Bewegung. Die Reformirten hatten in dem Religionskrieg gegen die Katholiken dieſe wohl befeſtigte Stadt zu ihrem hauptſächlichſten Sammelplatz gemacht. Sie wimmelte von proteſtantiſchen Kriegern, deren Zahl täglich zunahm, ſeit der Prinz von Condé und der tapfere Admiral Coligny in⸗ nerhalb der feſten Mauern weilten. Auch Renaud's ſchönes und geräumiges Haus war theilweiſe beſetzt. Indeß waren die Gäſte dem Hausherrn keineswegs unangenehm, ſie waren ſeine nächſten Verwandten, nämlich ſeine leibliche Schweſter ſammt ihrem Gemahl, dem Herrn von Sevre, einem Hauptmanne im proteſtantiſchen Heere.

Dieſer Edelmann zeigte alsbald ein lebhaftes Intereſſe für den jungen Clignet, der um des Glaubens willen ſchon ſo frühe Schweres erduldet und wahrhaft männliche Feſtig⸗ keit bewieſen hatte. Auch Paul, der wie ein Glied der Familie behandelt wurde, fühlte bald eine herzliche Zunei⸗ gung zu dem Edelmanne. Gewöhnt an die Stille des Pfarrhauſes zu Antwerpen und an die Einſamkeit der Fi⸗ ſcherhütte bei Lüttich, kam ihm das bunte, kriegeriſche Leben und Treiben in la Rochelle ganz eigenthümlich vor. Seine Neugier wurde gereizt, und der Hauptmann mußte ihm oft über dieſes und jenes Rede ſtehen. Mit Ehrfurcht betrachtete er die Helden Condé und Coligny, welche den Glauben vertheidigten, um deſſen willen ſein Vater mit der ganzen Gemeinde in die Verbannung gezogen war.