50 Viertes Kapitel.
Ufer hinab, ſtürzte ſich dann in den Strom und ſchwamm mit Anſtrengung aller ſeiner Kräfte einem Fahrzeuge zu, das eben von den Wellen hinabgetragen wurde.
Entſetzt ſtanden zuerſt die drei Perſonen in der Nähe der Fiſcherhütte.„Auf! ihm nach!“ ſchrie jetzt der Mönch, und Philipp eilte ans Ufer, um ſeinen Nachen loszuketten. Dieſem war es am wenigſten bange um den Knaben, er kannte ihn ja als ſehr geübten Schwimmer. Mit ſcharfem Auge ſah er ihm nach, und da er alsbald ſeine Abſicht er⸗ rathen hatte, das Schiff zu erreichen: ſo beeilte er ſich nicht allzuſehr, ſondern that, als ob er vor lauter Eile den Kahn nicht ſchnell genug vom Pflocke löſen könne. Er hätte den Jungen ſehr ungern in die Hände des Mönchs geliefert.
Während indeſſen Philipp vom Lande ſtieß und ſtrom⸗ abwärts ruderte, eilten Anna und ihr Beichtvater am Lande hinab. Aber der kräftige Knabe bewies ſich als rüſtigen Schwimmer. Bald war er dem Schiffe nahe. Auf dieſem befand ſich ein Herr und eine Dame, beide in reicher Klei⸗ dung, wie ſie die vornehmen Leute in Frankreich zu jener Zeit trugen. Dieſe waren von ihren Sitzen aufgeſprungen und ſahen ängſtlich dem heranſchwimmenden Knaben zu. Die Schiffer hielten die Ruder an, und Spannung und lebhafte Theilnahme zeigte ſich auf jedem Geſichte.„Werfet ihm ein Tau zu!“ befahl die Dame, und ſchnell gehorchten die Schiffer. Paul ergriff das Tauende mitkräftiger Hand, und in wenig Sekunden hatte er ſich an dem Fahrzeuge heraufgearbeitet. Erſchöpft ſank er in der Nähe der Dame
7


