48 Viertes Kapitel.
Bei Paul bewirkte der Pater durch ſeine Reden das ge⸗ rade Gegentheil von dem, was er bewirken wollte. Der Knabe war trotz ſeiner Jugend ſchon tiefer begründet in den Lehren ſeines evangeliſchen Glaubens, als daß ihn der Pater hätte wankend machen können. Er erklärte beſcheiden, aber beſtimmt, daß er gelernt habe und glaube, die Lehre der proteſtantiſchen Kirche ſei die Lehre der heiligen Schrift, und fügte hinzu, er wolle, wie ſein Vater, darauf leben und ſterben.
„Weißt du nicht,“ ſagte der Mönch,„daß kein Prote⸗ ſtant mehr im Lande geduldet wird, und daß jedem hart⸗ näckigen Ketzer der Tod bevorſteht?“
„So will ich heute noch fortgehen,“ verſetzte Paul.
„Daraus wird nichts, mein Beſter!“ rief der Mönch, „ſondern du gehſt mit mir. In unſerem Kloſter ſoll es dir an nichts fehlen, du wirſt es gut haben, und ſicherlich deinen Irrthum einſehen.“
Der Pater ergriff Pauls Hand. Da blitzte das Auge des Knaben, raſch zog er die Hand zurück und ſagte erregt: „Herr Pater, ich gehe nicht mit in's Kloſter.“ Dieſer hatte ihn jedoch ſogleich wieder am Arme gefaßt und hielt ihn feſt. „Burſche,“ ſprach er ſtreng,„nimm Vernunft an und folge mir willig, es möchte dir ſonſt übel ergehen.“
In demſelben Augenblicke kam der Fiſcher, der nach der Stadt gegangen war.„Vater Philipp,“ rief ihm Paul entgegen,„o helfet ihr mir! Sie wollen mich in ein Klo⸗ ſter führen.“


