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Glaubenstreue oder die Wallonen in der Pfalz : Erzählung / von Friedrich Blaul
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Die Verſuchung. 47

Beichtvater, dem dieſe vor kurzem endlich vertraut hatte, daß ſie ſchon länger als ein Jahr einen proteſtantiſchen Knaben, den Sohn eines Predigers aus Antwerpen, beher⸗ berge. Er hatte ihr Vorwürfe gemacht, daß ſie ihm dies ſo lange verheimlicht habe. Indeß war er doch mit ihr nicht unzufrieden, weil er ſah, daß ſie ernſtlich darauf ausging, den Jungen der katholiſchen Kirche zuzuführen. Er hatte ihr geſagt, er werde in dieſen Tagen ſelbſt einmal kommen und zuſehen, was mit Paul zu machen ſei. Da war er nun zur unglücklichen, freilich wie Anna meinte, zur glücklichen Stunde.

„Das iſt wohl Paul?“ hob der Ordensmann an mit einem fragenden Blick auf ſeine Beichtbefohlene.

Dieſe bejahte, und fuhr dann ſogleich fort zu berichten, wie ſie ſo eben verſucht habe, ſeinen ſtarren Sinn zu erwei⸗ chen, wie er aber rund heraus erklärt habe, daß er nicht zur Meſſe und nicht mit der Prozeſſion gehen werde, daß er die heilige Jungfrau nicht verehren wolle und ihr immer mit Bibelſprüchen Widerpart halte.

Nun ſtellte der ehrwürdige Pater dem Knaben ſein, ſei⸗ ner Eltern und aller Proteſtanten Unglück dar als eine Strafe Gottes für ihre greuliche Verirrung und halsſtarrige Verſtocktheit. Er ſuchte dem Knaben kurz zu beweiſen, der Glaube der Proteſtanten ſei gar nicht chriſtlich, ſondern eine Ketzerei. Er ſprach viel von der katholiſchen als der allein ſeligmachenden Kirche, und von der Verdammniß aller derer, die ihr nicht angehörten.