40 Drittes Kapitel.
Weib eilig aus der Hütte entgegen und rief:„Philipp, es iſt, wie wir vermuthet haben: der Bube gehört zu den flüch⸗ tigen Reformirten, und iſt gar eines Pfarrers Kind aus Antwerpen. Iſt's denn auch vor unſerm Herr⸗Gott recht, daß wir an einem ketzeriſchen Kinde ſo viel thun?“
„Geh', Frau,“ verſetzte der Fiſcher,„wie magſt du doch ſo reden? Proteſtant hin oder her, er iſt ein Menſch. Und ſage nur, was kann der Junge dafür, daß er keine chriſtlichen Eltern hat? Aber ſprich, iſt er denn völlig bei ſich?“
„Seit er aus ſeinem tiefen und langen Schlaf aufge⸗ wacht iſt, redet er ganz vernünftig,“ antwortete die Frau.
„Laß ſehen!“ ſagte der Fiſcher, und ging in die Hütte.
Paul lag noch matt auf dem Bette, aber er hatte ſeine volle Beſinnung wieder. Das hitzige Fieber, in dem er mehrere Tage lang gelegen, war gebrochen. Doch war dem armen Knaben noch Alles wie ein Traum. Der Fiſcher merkte wohl, daß man noch nicht viel mit ihm reden dürfe, und fragte nur, wie es ihm gehe.„Gut,“ antwortete Paul, „nur matt bin ich. Aber wo iſt mein Vater und meine Mutter? Bringet mich zu ihnen.“
Frage und Wunſch des Knaben brachten die Leute in große Verlegenheit. Die Wahrheit durften ſie ihm jetzt noch nicht ſagen; was ſollten ſie ihm alſo antworten? Der Fi⸗ ſcher half ſich ſo gut als möglich, und vertröſtete ihn auf morgen. Paul, der ſehr matt war, gab ſich wirklich zufrie⸗ den, und ſchlief bald wieder ein. Des andern Tages aber


