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Glaubenstreue oder die Wallonen in der Pfalz : Erzählung / von Friedrich Blaul
Entstehung
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Das verlorene Kind. 39

ſeinem Weibe erzählte, wo und wie er den Knaben aufge⸗ fiſcht habe, hatten ſie die große Freude, ihre menſchenfreund⸗ liche Bemühung durch einen günſtigen Erfolg belohnt zu ſehen. Pauls Leben war noch nicht entflohen. Er athmete wieder. Im warmen Bette kehrte das Leben vollends zurück, nicht ſo die Beſinnung des Knaben. Ein heftiges Fieber ſchüttelte ihn, und in ſeinen Phantaſieen redete er allerlei durcheinander. Er rief bald ſeinem Vater und ſeiner Mutter, bald nach Marien und der Großmutter; am öfterſten ſprach er von der finſtern, ſchrecklichen Höhle, und zwar mit allen Zeichen und Ausdrücken des Entſetzens.

Der Fiſcher und ſeine Fran ſtanden voll Mitleid und Erſtaunen vor dem Lager Pauls. Sie hatten keinen Zweifel mehr darüber, daß dieſer in der Petershöhle geweſen ſein müſſe. Darüber aber zerbrachen ſie ſich die Köpfe vergeblich, wo er her und wer ſeine Eltern ſein möchten. Daß er nicht gemeiner Leute Kind ſei, bewieſen ſchon ſeine Kleider. Viel⸗ leicht war das ein Beweggrund mehr, den Kleinen recht ſorgfültig zu pflegen. Jedenfalls thaten die armen Leute an ihm, was in ihren Kräften ſtand.

Der Fiſcher, deſſen Hütte nur einige tauſend Schritte von Lüttichs Mauern entfernt lag, kam faſt täglich in die Stadt, erkundigte ſich aber vergeblich nach den Eltern des geretteten Knaben. Kein Menſch wußte etwas von einem verloren gegangenen Kinde.

Eines Abends, als der Fiſcher von ſeiner Tagesarbeit heimkehrte und den Nachen an die Kette legte, kam ihm ſein