36 Drittes Kapitel.
lich erloſch auch die Fackel noch, und er ſtand umgeben von der undurchdringlichen Finſterniß dieſes unermeßlichen Gra⸗ bes.„Ach Gott! ach lieber Gott, rette mich!“ rief er ver⸗ zweifelnd aus.
Wer könnte oder möchte die unausſprechliche Todesangſt des armen Knaben ſchildern?
Stehen bleiben konnte und durfte er jedoch nicht. Mit vorgehaltenen Händen tappte er weiter, ſo ſchnell es ihm dieſe undurchdringliche Finſterniß erlaubte. Oft ſtrauchelte er, oft ſtieß er an die Felswände, aber er hielt nicht mehr an. Die Verzweiflung trieb ihn vorwärts. Endlich nach langer und ſchrecklicher Todesangſt verſpürte er einen friſchen Luftzug, und ſah bald darauf einen matten Lichtſchimmer aus der Ferne in die Höhle dringen. Alle ſeine Kraft nahm er zuſammen, und flog im ſchnellſten Laufe dem nahen Aus⸗ gange zu.
Eine halbe Stunde etwa von der alten Stadt Lüttich iſt der äußerſte Ausgang aus der Petershöhle. Dieſer war es, den Paul nach ſeiner unterirdiſchen Irrfahrt erreichte. Er ſtürzte hinaus und fiel unter dem freien Himmel weinend nieder auf ſein Angeſicht. Der arme Knabe zitterte an allen Gliedern. Und doch war in ſeiner Seele ein klares Gefühl, das des Dankes gegen den lieben Gott, der ihn von einem ſchrecklichen Tode gerettet hatte. Worte hatte er nicht, um dieſen Dank auszudrücken, aber ſeine Seele war davon erfüllt.
Nach einiger Zeit erhob er ſich von der Erde und ſchaute
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