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Glaubenstreue oder die Wallonen in der Pfalz : Erzählung / von Friedrich Blaul
Entstehung
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Das verlorene Kind. 35

liche Strecke weit lief er fort, ohne zu bemerken, daß er auf falſchem Wege ſei. Als er aber nach ſeiner Berechnung nahe am Ausgange ſein mußte und immer noch kein Ge⸗ räuſch hörte, immer noch keine Helle erblickte, da ward ihm allmälig bange. Raſcher lief er voran, doch überzeugte er ſich noch deutlicher, daß er auf dieſem Wege nicht zu den Seinigen komme. Er blieb ſtehen, ſah ſich um, rief laut und lauſchte. Keine Antwort erfolgte. Da ſtieg ſeine Angſt von Sekunde zu Sekunde. Vorwärts wagte er nicht mehr zu dringen. Er wandte ſich rückwärts, und ſchlug einen der nächſten Seitenwege ein, von welchem er glaubte, er müſſe nach dem Ausgange führen. Aber bald ſah er ſich in eine(m Gewirre gewundener Gänge, von denen immer einer in den andern führte. Jeden Angenblick war erunſchlüſſig, welchen er einſchlagen ſollte, und ſchlug wirklich jeden Augenblick einen andern ein, ohne es ſelbſt zu wiſſen. Die Angſt be⸗ flügelte ſeine Schritte, und wie ein gehetztes Wild eilte er fort ſo ſchnell es die Windungen der Gänge und manche Unebenheiten des Bodens erlaubten. Er fing an zu weinen und ſchrie laut. Er blieb ſtehen, um zu horchen, und da er nur den fernen Widerhall ſeiner eigenen Stimme ver⸗ nahm, floh er dann noch mehr geängſtigt weiter. Seine Angſt erreichte den entſetzlichſten Grad, als ſeine Kienfackel bis nahe an ſeine Hand herabgebrannt war. Seine Stimme

wurde heiſer durch das unaufhörliche Angſtgeſchrei, unter ſeiner Stirne pochte es, als ob ſie zerſpringen wollte. Die Todesangſt hatte ihn dem Wahnſinne nahe gebracht. End⸗