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Glaubenstreue oder die Wallonen in der Pfalz : Erzählung / von Friedrich Blaul
Entstehung
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30 Drittes Kapitel.

Sie durchwanderten eine Unzahl größerer und kleinerer Gänge, die ſich in viel hundert Verzweigungen und Win⸗ dungen unter der Erde hinziehen. Sie riefen, ſie lauſchten, aber immer vergeblich. Ihre Fackeln brannten allmälig herab, die Flämmchen der Oellampen wurden ſchwächer. Der Steinhauer mahnte zur Eile, denn wenn die Leuchten erlöſchen würden, ſei er ſelbſt nicht mehr im Stande, in der undurchdringlichen Finſterniß einen Ausgang zu finden. Indeß erreichten ſie endlich glücklich einen ſolchen, aber ſie ſahen ihn nicht eher, als bis ſie ganz nahe davor ſtanden, denn die Krümmungen der Gänge erlaubten keinen Blick in weitere Ferne.

In einer ganz anderen Gegend waren ſie aus dieſer Unterwelt herausgetreten, aber von Paul war auch da nichts zu ſehen, und kein Rufen nützte etwas. War es ein Wun⸗ der, wenn Clignets ſonſt ſo feſtes und muthiges Herz zu zagen begann, wenn er bitterlich weinte um ſein einziges liebes Kind, das er allen Schrecken der Angſt und Verzweif⸗ lung preisgegeben wußte?

Indeß war der helle Tag am Himmel heraufgekommen. Man mußte zu den Gefährten zurückeilen, um dieſe nicht länger in großer Beſorgniß um die Suchenden zu laſſen. Und Clignet eilte um ſo mehr, da er ja nicht wußte, wie es um ſeine liebe Hausfrau ſtehe. Der Steinhauer führte ſeine Begleiter auf dem kürzeſten Pfade über die Höhe, und doch brauchten ſie beinahe eine volle Stunde, um an den Haupt⸗ eingang zu gelangen. Ohne Rath und Troſt, wie ſie ſelbſt,

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