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Glaubenstreue oder die Wallonen in der Pfalz : Erzählung / von Friedrich Blaul
Entstehung
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18 Zweites K apitel.

die Römer benutzten die Steinbrüche im Petersberge. Die Felſenmaſſe iſt in der Höhle ſehr weich und darum ganz leicht zu bearbeiten, verhärtet aber mehr und mehr an der Luft. Darum hatte es wenig Schwierigkeiten, den Berg im Laufe der Jahrhunderte mit ſolchen Gängen und Hallen zu unterhöhlen. Die Gänge kreuzen und verzweigen ſich ſo zu ſagen ins unendliche, und es ſind derſelben wahrhaft un⸗ zählig viele. Man nimmt an, daß ſich in dieſem unter⸗ irdiſchen Labyrinth, welches vier Stunden lang und zwei Stunden breit iſt, gegen zwanzigtauſend Wege kreuzen. Wehe dem, der dieſes unermeßliche Netz von Gängen und Höhlen ohne kundigen Führer betritt! wehe dem, der ſich in demſelben verirrt! es wäre faſt ein Wunder, wenn er das Tageslicht wieder erblickte.

Auch unſere Verbannten konnten ſich des Grauens nicht erwehren, als ſie dieſe unterirdiſche Welt betraten. Wo jedoch viele beiſammen ſind, da ſchwindet bald die Furcht. Auch hatte ja Clignet allen aufs ſtrengſte eingeſchärft, daß niemand ſich in einen Seitengang wagen, niemand ſich von der Ver⸗ ſammlung entfernen dürfe.

So ſchritten ſie denn in dem hohen gewölbartigen Hauptgange, den ſie betraten, gerade voran. Die wenigen Pferde und Wagen folgten ihnen. Der Boden war eben und trocken, nirgend ſtießen ſie auf eine ſchwierige oder ge⸗ fährliche Stelle. Aber das Licht der Kienfackeln ſcheuchte die Bewohner der dunkeln Höhle auf. Fledermäuſe ſchwirr⸗ ten in großer Zahl umher und verbrannten nicht ſelten ihre Flügel an dem Lichte, auf welches ſie zuflogen.