16 Erſtes Kapitel.
waren, und die Frauen und Kinder keine große Tag⸗ reiſen machen konnten. Doch begegneten der flüchtigen Schaar auch keine weiteren Unfälle.
So war der Abend des vierten Tages herangegekommen. Die verbannte Schaar war der Stadt Maſtricht bis auf eine Stunde etwa nahe. Clignet hatte ſie ſo eben zum Abend⸗ gebete verſammelt, als einige vorausgeſendete Männer ei⸗ lend und mit ängſtlichen Mienen zurückkamen. Sie brachten die ſchlimme Botſchaft, daß einzelne Truppen⸗Abtheilungen in der Umgebung der Stadt umherſchwärmten, daß man in keinem Dorfe vor ihnen ſicher ſei, und von einem Zuge durch die Stadt gar nicht die Rede ſein könne. Dieſe Nachricht brachte Angſt und Verwirrung unter die Flüchtlinge. Die Nacht war vor der Thüre, die gefürchteten Soldaten in der Nähe— was ſollte man beginnen? Der Geiſtliche hatte Mühe, die Zagenden zu beruhigen; doch als er ausrief: „Und wenn auch nur der Himmel unſer Dach iſt, ſo woh⸗ nen wir doch ſicher!“ da gaben ſich alle zufrieden. Indeß trat ein Mann herzu, und ſagte:„Ehrwürdiger Herr, wir können nicht weit von der weltbekannten Petershöhle ſein. Sollten wir nicht in ihr unſer Nachtlager ſuchen und Schutz gegen einen plötzlichen Ueberfall der Feinde?“
Clignet hatte die Steinbrüche im Petersberge bei Maſtricht noch nicht geſehen, aber ſchon von den unterirdi⸗ ſchen Gängen derſelben gehört. So auch viele ſeiner Be⸗ gleiter. Einer und der andere war auf ſeiner Wander⸗ ſchaft auch ſchon an oder ſogar in der Petershöhle geweſen.
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