Druckschrift 
Glaubenstreue oder die Wallonen in der Pfalz : Erzählung / von Friedrich Blaul
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Der Auszug. 15

Eine kurze Strecke vor Antwerpen, bis wohin noch viele Einwohner gefolgt waren, hieß er anhalten, breitete die Hände aus, und ſprach den Segen über die Stadt, und betete für ſie. Die ganze Verſammlung betete mit. Hierauf ordnete er den Zug wieder, trat an die Spitze deſſelben, und ſtimmte mit lauter Stimme einen Pſalm an. Alle, die mit ihm zogen, ſangen freudig mit, und ſo tief betrübt bisher die meiſten waren, ſo wurden ſie jetzt getröſtet. Namentlich erſchien Eliſabeth, des Pfarrers treue Lebensgefährtin, wie umgewandelt. Ihre Thränen waren getrocknet, ſie trat hin zu ihrem Manne, ergriff ſeine Hand, und ſprach:Clignet, der Herr iſt mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

Eliſabeth, verſetzte Clignet leiſe:ich bin doch glück⸗ lich, obgleich ein Verbannter. Ich habe ein Weib, das den Herrn lieb hat und ihm vertraut; ich habe eine Mutter, deren Glaube die Welt überwindet; ich habe Kinder, zwei Kinder, die heranwachſen in der Zucht und Vermahnung zum Herrn; ich habe eine Gemeinde, die alles verläßt und ihr Kreuz auf ſich nimmt um des Herrn und ſeines theuren Evangeliums willen. Eliſabeth, der Herr verläßt die Seinen

nicht.

Bald verſchwanden die Mauern und Häuſer der Stadt, bald auch die Thürme, zuletzt verſchwand der hohe Thurm der prächtigen Kathedrale von Antwerpen den Blicken der Verbannten. Clignet ſchlug mit ihnen den Weg nach Maſtricht und Aachen ein. Indeß ging der Zug nicht ſehr raſch voran, da nur wenige Wagen vorhanden