8 Erſtes Kapitel.
und lutheriſchen Prediger in und um Antwerpen innerhalb vierundzwanzig Stunden das Land zu räumen hätten.
Eliſabeth brach in lautes Weinen aus, und auch die beiden Kinder fingen an zu weinen, obwohl ſie nicht ver⸗ ſtanden, was der Herold verkündigt hatte. Der Pfarrer ſtund wie eingewurzelt.„Innerhalb vierundzwanzig Stun⸗ den? das iſt hart!“ ſagte er hierauf.„Doch, Herr, dein Wille geſchehe an uns!“
„Amen!“ ſprach die Großmutter feierlich. Mitten in der Verwirrung und in dem Jammer richtete ſie das Haupt empor, öffnete die Augen, als wenn ſie ſähe, und ſprach mit feierlicher Stimme:„Der Herr ſprach zu Abraham: Gehe aus deinem Vaterlande und von deiner Freundſchaft und aus deines Vaters Hauſe in ein Land, das ich dir zei⸗ gen will. Und ich will dich zum großen Volk machen, und will dich ſegnen, und dir einen großen Namen machen, und ſollſt ein Segen ſein. Da zog Abraham aus, wie der Herr ihm
geſagt hatte, er gieng aus, und wußte nicht, wo er hin⸗
käme.“
Cornelia ſprach nur dieſe Worte der Schrift und ſchwieg dann wieder. Auf die Umſtehenden aber hatten ſie einen wunderſamen Eindruck gemacht. Am meiſten fühlte ſich Clignet ſelbſt dadurch ergriffen und erhoben. Mit Blicken der Ehrfurcht ſah er ſeine alte, blinde Mutter an, faßte ſeines Weibes Hand und ſagte:„Eliſabeth, es ſei, wie der Herr durch den Mund unſerer Mutter mahnet. Wir werden ziehen, weil er es will. Weine nicht! wenn nur er unſere Wolke
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