Der Auszug. 7
das Frühſtück aufzutragen. Marie ſchmiegte ſich wieder an die blinde Großmutter, und Clignet gieng in tiefe Gedanken verſunken auf und ab, bis die Hausfrau die Morgenſuppe brachte. Lange hatte die Familie keine ſo trübe Morgenſtunde zugebracht als heute, aber es ſollte noch nicht die trübſte Stunde des Tages ſein.
Der Pfarrer ſagte nach einiger Zeit, er wolle ausgehen und ſehen und hören, was denn weiter vorgehe.
„Geh', mein Sohn!“ ſagte Cornelia:„und der Herr ſtärke dich, damit du die andern ſtärken und aufrichten mögeſt.“
Während Clignet's Abweſenheit kamen jeden Augen⸗ blick Glieder ſeiner Gemeinde, die nach ihm fragten. Alle wußten nichts gutes zu verkündigen. Sie erzählten, der Graf von Mannsfeld habe den Rath der Stadt verſam⸗ melt und ſchreibe demſelben ſo eben auf dem Rathhauſe Bedingungen vor. Von dem eigentlichen Inhalte der Ver⸗ handlung verlautete aber noch nichts. Jetzt kam der Pre⸗ diger zurück. Er war bleich, und konnte nur mit Mühe ſeine gewöhnliche Faſſung behaupten.„Die Rathsſitzung iſt noch nicht vorüber,“ ſprach er:„aber man hört ſchon, daß unſer Glaube wird. Alle Einwohner ſollen wieder katholiſch werden.“
Während er noch ſprach, erſchollen anzit Trompeten⸗ ſtöße. Mit lauter Stimme verkündigte ein Herold auf der Straße, daß der Rath mit dem Grafen Mannsfeld einen Vertrag abgeſchloſſen habe, in Folge deſſen alle reformirten


