Teil eines Werkes 
1 (1859) Armand
Entstehung
Einzelbild herunterladen

2. *

F.

280

indeß, das war doppelter Grund, trotz allem Complot und heftigem Wortwechſel ſeinen Poſten zu behaupten.

Jetzt entſtand das ärgſte Gedränge. Armand ſetzte ſeine Ellenbogen in Bewegung, um wenigſtens dem an⸗ langenden Brautpaar im Vorübergehen am nächſten zu ſtehen. Der Herzog von Beaudreuil, ſchwarz ge⸗ kleidet und mit mehreren Orden dekorirt, führt ſeine Braut an der Hand; dieſe trug einen Kranz von Orangeblüthen(die Bräute des Südens tragen nicht die Myrthe) im Haar; ihr Brautkleid war von weißer moirée antiqne, der Brabanter Spitzenſchleier war an dem Orangekranz befeſtigt, in welchem jede Blüthe einen Diamant trug, einen Thautropfen, den keine Sonne auf⸗ zuſaugen vermag. Ein Brillantſchmuck glänzte auf Adelaide's Bruſt.

Eben war ſie im Begriff, an Armand vorüber⸗

zuſtreifen, als durch Zufall ihr Blick auf den jungen Arbeiter fiel; aber welch ein Blick, gemiſcht von Er⸗ ſtaunen, Verachtung und Mitleid! Armand verſtand denſelben; er that einen Schritt vor, um ihr zu folgen, ohne zu wiſſen, wozu dies nützen ſolle; in demſelben Moment aber fühlte er ſich durch mehrere Hände feſt⸗ gehalten, die wie ein Schraubſtock ſeine beiden Arme um⸗ faßten. Erſt als der Brautzug durch das ſich ſchließende Gitter von ihm getrennt war, ließ man ihn wieder los.