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im finſtern Winkel der Hütte zuſammen, um auf ſolche Weiſe den erbarmungsloſen Geſchöpfen zu entgehen, welche, wie ſie fürchtete, ſchon nach ihrem Blute lechzten. Dieſe Furcht ſteigerte ſich noch, als jetzt plötzlich ein Mann in das Gemach ſtürzte, ſie aus ihrem Verſtecke riß und mit ihr der Thür zueilte. Ihre Angſt vermin⸗ derte ſich auch dann kaum, als der Räuber auf ihre verzweiflungs⸗ vollen Bitten, ſie nicht zu tödten, mit der wohlbekannten Stimme Brayley's antwortete: „Seid ohne Furcht! Ich komme nicht, Euch zu tödten, ſon⸗ dern um Euch zu retten. Die wahnſinnigen Schurken morden jetzt Alles, was weiß iſt, und darum müſſen wir ſchnell fliehen. Mein Pferd iſt geſattelt, die Wälder ſind offen, ich rette Euch!“
Ohne auf das Sträuben Editha's zu achten, welche lieber ſter⸗ ben, als dieſem Elenden ihre Rettung verdanken wollte, zu achten, trug er ſie ohne weitere Worte aus der Hütte, hielt ſie feſt mit ſeinen Armen umſchlungen, und ſchwang ſich mit ihr auf das bereit ſtehende Pferd. Es ſtand unter der Ulme und zitterte kaum weniger vor Angſt bei der Schreckensſcene, welche jetzt auf dem öffent⸗ lichen Platze des Dorfes vor ſich ging.
Auf dem erwähnten Raume hatte ſich nun die ganze Ein⸗ wohnerſchaft des Dorfes verſammelt, Alle, Weib und Kind, Jung und Alt, die Starken und die Schwachen, von den grimmigſten Leidenſchaften aufgeregt. Selbſt Editha fürchtete Braxley weniger, als ihr Auge auf die ſchreckliche Horde fiel, welche ſich auf dem Mittelpunkte des Platzes um einen Gegenſtand drängte, den ihre Körper verdeckten, während Andere, ſie konnten nicht errathen, warum? wüthend hin und her ſprangen, ihre Waffen ſchwenkten, und ein anhaltendes, lautes und durchdringendes Geheul ausſtie⸗ ßen. Eine beträchtliche Anzahl drängte ſich aus der Hütte ſelbſt hervor, und ihr Geheul, obgleich nicht minder laut und durchdrin⸗ gend, als das der Uebrigen, wechſelte jedoch zuweilen mit traurigem Klaggeheule ab. Sie trugen die Leiche des ermordeten Häupt⸗ lings in ihren Armen, welche ſo entſetzlich ausſah, daß Editha kaum ihre Blicke wieder davon losreißen konnte, da ihr Auge erſt einmal darauf gefallen war; denn ſie fühlte ſich vor Schrecken bei⸗ nah verſteinert.
Ein noch furchtbarerer Anblick ſtand ihr jedoch bevor; die Squaw Wenonga's ſtürzte plötzlich aus ihrer Hütte und hielt einen Feuerbrand in der Fauſt. Sie rannte zur Leiche des Haͤuptlings, betrachtete ſie einen Moment mit dem Blicke einer Tigerin, welcher


