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„Ich bin entſchloſſen, und will niemals in meine Schande willigen!“ verſetzte Roland feſt.„Niemals, ſage ich, niemals!“
Doe mogte indeß, trotz der Betheuerungen des Capitains, der Anſicht ſein, daß derſelbe wohl noch auf ſeine Bedingungen ein⸗ gehen werde, denn er hatte bereits, während er ſprach, die Bande an den Armen Rolands zerſchnitten, und wollte eben auch die Riemen an ſeinen Knöcheln durchſchneiden, als plötzlich mehr als zwölf Wilde in die Hütte ſtürmten, auf den jungen Virginier los⸗ ſturzten, und heulten und fluchten und ihre Meſſer und Toma⸗ hawks ſchwangen, als ob ſie ihn augenblicklich in tauſend Stücke zerhacken wollten. Und dieß war auch ohne Zweifel die Abſicht der jungen Maͤnner, welche einige Hiebe nach ihm führten, die nicht ohne Mühe von einigen älteren und beſonneneren Kriegern abgewehrt wurden. Ein Streit, ein Kampf, ein blutiges und in⸗ grimmiges Ringen erhob ſich, wie der Kampf einer Meute wüthen⸗ der Hunde über einen zum Tode verwundeten Panther, den Alle zu gleicher Zeit zerzauſen und zerreißen wollen. Einen Augenblick wüthete die ſchreckliche Verwirrung, dann wurde der junge Vir⸗ ginier von zwei oder drei ſtarken Männern ergriffen und auf ihren Armen aus der Hütte getragen. Draußen ſah er ſich ſogleich von einem Haufen Männer, Weiber und Kinder umringt, die mit glei⸗ cher Wuth, wie die jungen Krieger, über ihn herfielen, ihn mit Stöcken ſchlugen, mit ihren Meſſern auf ihn los ſtachen, und ſich ſo toll und unzähmbar bewieſen, daß die Krieger ihn kaum vor ihren Angriffen zu ſchützen vermogten. Jedoch eilten ſogleich noch andere beſonnenere Maͤnner ihnen zur Hilfe herbei, und ſie brach⸗ ten den bedroheten Gefangenen in Sicherheit, um ihn für ein Schick⸗ ſal aufzubewahren, das ohne Zweifel viel ſchrecklicher und entſetz⸗ licher war, als der Tod von den Händen der Menge, die ihn eben noch blutdürſtig umringt hatte.
Das Getöſe hatte auch Editha aus dem Schlummer aufge⸗ ſchreckt, welche zwar nicht mehr in dem Zelte, wo ſie zuerſt ein⸗ gekerkert geweſen, aber doch noch immer in der Hütte Wenonga's gefangen ſaß. Das Geſchrei des alten Weibes Wenonga's, die zuerſt die Leiche fand⸗ hatte den nächſten Anlaß zu dem beginnen⸗ den Getümmel gegeben. Die Bewohner des Dorfes ſtürzten nach der Hütte, heulten vor Beſtürzung und Entſetzen laut auf, und erhoben dicht vor Editha's Ohren ein Geſchrei, welches im Stande geweſen wäre, einen Todten zu erwecken. Sie fuhr von ihrem
ärmlichen Lager in die Höhe, und kauerte ſich ſchwach und zitternd


