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Die Gefahren der Wildniß : eine Erzählung für die reifere Jugend / nach d. Engl. des Dr. Bird bearb. von Franz Hoffmann
Entstehung
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Während Oberſt Bruce auf ſolche Weiſe ſeinem Gaſte von dem Charakter des bluthigen Nathan erzählte, war dieſer von den jungen Leuten der Station umringt worden, welche ihn zur Ziel⸗ ſcheibe ihres Witzes erkoren hatten. Zuletzt näherte ſich ihm auch der brüllende Ralph und rief ihm übermüthig zu:

Höre du, blutiger Nathan, wenn du jemals ein Gebet nöthig hatteſt, ſo iſt es jetzt der Fall! Herunter mit deinem Packen von der Schulter, denn ich habe wohl Luſt, dich, aber nicht dein Hirſch⸗ leder zu verſchlucken!

Freund, entgegnete demuthsvoll der blutige Nathan,laß mich, ich bitte dich, ungeſtört. Ich bin ein Mann des Friedens und der Ruhe.

Mit dieſen Worten wollte er, ohne ſich um den bruͤllenden Ralph ferner zu bekümmern, weiter ſchreiten. Dieſer aber warf ſich ihm in den Weg, riß ihm den Packen von der Schulter, und ſchleuderte die Felle weit im umkreiſe umher. Die Zuſchauer lach⸗ ten laut; Nathan aber ertrug die Beleidigung mit muſterhafter Geduld.

Freund, ſagte er,warum behandelſt du mich ſo rauh, und was willſt du von mir?

Einen Kampf! Einen Kampf, blutiger Nathan!

Den wirſt du nicht bei mir finden, und darum geh' und ſtöre mich nicht!

Was, biſt du denn nicht der blutige Bär von Pennſylvanien? ſchrie Ralph, der immer übermüthiger wurde.

Ich bin kein Bär; wahrlich, ich bin ein Mann des Friedens! ſagte Nathan, noch immer unterwürfig und ſanft.

Ja, wahrlich! wahrlich! rief Stackpole, indem er ſich äußerſt grimmig und wüthend anſtellte.Ich habe von dir gehört! Du biſt der Mann, der es für ſündhaft hält, unſchuldige Weiber und ſch wache Kinder gegen die vlutdürſtigen Rothhäute zu vertheidigen, nur, weil du ein Mann des Friedens biſt und darum nicht fehlen darfſt, du langbeiniger, feiger und elender Geſell! Aber ſchau, ich will einen Mann aus dir machen. Weg mit der Flinte, und ewi⸗ gen Tod auf mich, wenn ich den Freiheitsteufel nicht aus dir her⸗ auspuffe!

Freund, erwiederte Nathan mit ſichtbarer und unverholener Verachtung,du biſt wohl ſelber ein jämmerlicher Feigling, weil du ſonſt nicht abſichtlich mit einem Manne Händel ſuchen würdeſt, von dem dir bekannt iſt, daß et nicht mit dir kämpfen kann. Geh!