nur an! Ich ſtehle nur Indianern Pferde! Und wer etwas Anderes behauptet— ewiger Tod auf mich— der hat mit mir zu thun.“
„Nur ruhig, Ralph!“ ſagte der Oberſt kaltblütig.„Ich kenne das Pferd, es iſt die alte Stute des Peter Harper vom nördlichen Ufer drüben.“
„Ja wahrlich, Ihr habt Recht!“ ſagte Ralph, noch mehr als vorher betroffen.„Jedoch ich habe es nur geliehen, und Ihr mögt es meinetwegen hier behalten. Sagt mir nur, wo ich ein anderes finde, denn ich muß noch vor Sonnenuntergang weiter reiſen.“
„Wohin?“ fragte der Oberſt.
„Noch fünfzehn Stunden weiter, nach der Station St. Aſaph.“
„Zu weit, als daß Euch die Regulatoren in den Augen behal⸗ ten könnten!“ entgegnete der Oberſt, und rief durch dieſes ausge⸗ ſprochene Mißtrauen von Neuem die Luſtigkeit der Zuhörer hervor. Ralph Stackpole geberdete ſich indeß, wie ein Närriſcher, um ſeine Verlegenheit zu bemaͤnteln, ſo gut es gehen wollte. Er ſchlug mit den Armen um ſich her, krähete wie ein Hahn, ſchnaubte und wieherte wie ein Pferd, brüllte wie ein Stier, bellte wie ein Hund, ſchrie wie ein Indianer, winſelte wie ein Panther, heulte wie ein Wolf, und ſchrie dann voller verſtellter Kampfluſt.
„Wo iſt der Mann, der es mit mir aufnimmt? Wo iſt er, um mit mir zu kämpfen? Ich nehme es mit jedem auf, ſei er auch ſtark wie ein Büffel, oder gewandt, wie eine Katze!“
Jeder wußte, daß dieſe Herausforderung nichts als eine Prah⸗ lerei war, durch welche Ralph einem ferneren Zwiegeſpräch mit dem Oberſten Bruce auszuweichen ſuchte, und daher fiel es keinem der umherſtehenden jungen Leute ein, den hingeworfenen Handſchuh des Pferdediebes aufzunehmen. Vielmehr neckten ſie Alle den brüllen⸗ den Ralph und ſuchten ſeine ſcheinbare Wuth noch höher zu treiben, indem ſie ihm drohend vorwarfen, wie viele Pferde er in ſeinem Leben bereits entlehnt habe, ohne jemals an die Zurückgabe derſel⸗ ben zu denken. Den Capitain Roland langweilte endlich die Sache, und er war eben im Begriffe, wieder in das Innere des Hauſes
zurückzukehren, als eine neue Perſon auf dem Schauplatze erſchien, welche der allgemeinen Fröhlichkeit einen neuen Aufſchwung zu geben verſprach.
„Hört, brüllender Ralph,“ ſagte der junge Tom Bruce, „wenn Ihr wirklich ſo große Luſt zum Kämpfen habt, ſo kommt eben da der rechte Mann für Euch! Seht da den blutigen Nathan!“
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