3 Ausdruck der wärmſten Theilnahme auf dem finſteren Antlitze ihres Begleiters ruhete. Sie war demſelben ſo ähnlich, daß man die Beiden leicht für ein Geſchwiſterpaar erkennen konnte.
„Roland, lieber Bruder,“ ſagte Editha Forreſter, indem ſie ihre Hand auf ſeinen Arm legte,„was betrübt dich? Warum reiteſt du nicht mit den Uebrigen vorwärts, um die guten Leute zu begrüßen, welche uns ſo freundlich entgegen kommen?“
„Editha,“ erwiederte Roland,„ſoll es mich nicht ſchmerzen, daß ich dich in eine niedrige, elende, geringe Hütte führen muß, wie du ſie dort vor dir ſiehſt? denn kein beſſeres Haus wird in dieſen Wildniſſen für dich gebaut werden.“
„Und ich verlange auch kein beſſeres,“ lautete Editha's mit Feſtigkeit gegebene Antwort.„An deiner Seite, und von dir be⸗ ſchützt, hoffe ich in ſolcher Hütte eben ſo glücklich zu werden, als wenn ich mich noch im Hauſe unſeres Vaters befände.“
Ein Schimmer von Freude flog bei dieſen Worten über Rolands ernſte Züge.»Wohlan,«ſagte er,»ſo will ich mein Möglichſtes verſuchen, um dir einen Herd und eine Heimath zu verſchaffen, wie ſie dir zuſagen mag. Ich bin jung und ſtark, und mit Hülfe unſeres alten Sclaven Kaiſer hier will ich in den Wald dringen, ſeine Rieſenbäume niederhauen, und an die Stelle, wo ihre ſtolzen Wipfel gen Himmel ragten, Mais und Korn bauen, deſſen wir zum täglichen Lebensunterhalte bedürfen. Ach, wäre unſer Onkel nicht ſo grauſam geweſen, dich für meine Fehler büßen zu laſſen, es würde anders mit dir ſtehen. Ein ſchönes Gut mit allen Be⸗ quemlichkeiten des Lebens, mit allem Ueberfluſſe des Reichthums wäre dein, anſtatt deſſen du jetzt, und durch meine Schuld, gleich einer Heimathloſen durch die Wälder ſchweifen mußt. Daß ich, ich allein die Urſache deines Unglücks bin, das allein iſt es, was meinen Muth zur Erde beugt.“
„Roland, du irrſt,“ entgegnete Editha.„Um eines kleinen Fehles willen hat unſer Oheim ſeinen Grimm nicht ſo weit treiben können, mich erblos in die Welt hinaus zu ſtoßen. Die Zeit wird uns darüber aufklären, und bis dahin will ich freudig an deiner Seite verweilen, und mit Luſt die Mühen und Beſchwerden thei⸗ len, deren du dich großmüthig für mich unterzogen haſt.“
„Das iſt geſprochen, wie nur meine edle und gute Editha es vermag,“ entgegnete heiterer der junge Mann.„Aber ſieh da, wer kommt dort gegen uns angeſprengt? Wahrlich, ein ſtattlicher Mann, nach ſeinem Benehmen und Anzuge zu it S Befehls⸗


