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Die Gefahren der Wildniß : eine Erzählung für die reifere Jugend / nach d. Engl. des Dr. Bird bearb. von Franz Hoffmann
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eilen. Auch ſie waren zu Pferde, und begrüßten mit lautem und freudigem Zurufe die Fremdlinge, welche dieſe Zeichen der Freude und Freundſchaft bereitwillig mit lauten Hurrahs erwiederten. Büch⸗ ſen wurden zum Zeichen der Fröhlichkeit abgeſchoſſen, Mützen ge⸗ ſchwenkt, und Alles drängte mit ſtürmiſcher Haſt vorwärts, um den Willkommen zu empfangen und die Hände zu ſchütteln, welche ihnen frohherzig und gaſtfreundlich geboten wurden.

Solches war zu jener Zeit und in jenem Lande immer die Aufnahme der Einwanderer. Denn nicht allein war jeder bewaff⸗ nete Fremdling eine Verſtärkung gegen die fortwährend drohenden Gefahren eines indianiſchen Ueberfalls, und alſo ſchon als ſolche willkommen, ſondern die neuen Anſiedler brachten ja auch in der Regel Nachrichten von fernen Freunden und von der unvergeßlichen Heimath mit, die mit der lebhafteſten Theilnahme angehört wurden.

An der allgemeinen Freude, welche die Ankunft auf der Sta⸗ tion verbreitete, nahm nur ein einziger junger Mann nicht Theii, welcher gleichwohl, ſeiner Stellung nach, die meiſte Urſache dazu hätte haben ſollen. Es war der Anführer der Schaar, und von derſelben trotz ſeiner Jugend zu dieſer Würde erwählt worden, weil er eine große militäriſche Einſicht beſaß, die er ſich in den Kriegen des jungen Freiſtaats erworben hatte. Von den dreiundzwanzig Jahren, die er erlebt, waren fünf in Lagern und Schlachten ver⸗ gangen, und die Mühſale und Beſchwerden ſeines Berufes hatten ihm ſchon frühe die volle männliche Reife gegeben. Sein Antlitz mußte, trotz des ernſten, faſt ſchwermüthigen Ausdrucks ſchön ge⸗ nannt werden; ſein Wuchs war hoch, ſchlank und ſtattlich, und ſeine gerade, aufrechte und ſichere Haltung zeigten auf den erſten Blick, trotz des grünen Jagdrockes, den er trug, daß er ein Sol⸗ dat, und gewiß ein kühner und tapferer geweſen war. Er hatte ſich noch beſſer mit Waffen verſehen, als ſeine Gefährten. Vorn am Sattelbuge des ausgezeichnet ſchönen und kräftigen Roſſes, auf dem er ritt, hingen ein Paar Piſtolen, ein ſchwerer Säbel klirrte an ſeiner Hüfte, und außerdem hing über ſeine Schulter eine treff⸗ liche Büchſe, welche der gewöhnliche Begleiter des Auswanderers in die Wildniß iſt.

Während faſt der ganze Zug vorwärts drängte, blieben nur

drei Perſonen bei dem jungen Kriegsmanne zurück. Zwei davon waren berittene und bewaffnete Negerſclaven, welche in einiger Entfernung ihrem Gebieter folgten und die Saumroſſe führten. Die dritte war eine junge und ſchöne Dame, deren Auge mit dem