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Die Gefahren der Wildniß : eine Erzählung für die reifere Jugend / nach d. Engl. des Dr. Bird bearb. von Franz Hoffmann
Entstehung
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Erſtes Kapitel. Die Auswanderer.

Es war im Auguſt, und die Nachmittagsſonne brannte noch hell und freundlich auf den rohen Palliſaden und den Hütten einer der größeſten Stationen der Grafſchaft Lincoln, als ein Zug Aus⸗ wanderer ſich aus den ſüdlichen Wäldern her den früchtereichen Maisfeldern näherte, welche die kleine Feſtung auf allen Seiten vis an den Saum der Wildniß umgaben. Es war ein zahlreicher Zug, wohl an hundert und achtzig Perſonen ſtark, und aus Wei⸗ dern, Kindern und Männern beſtehend, welche Letztere ſammt und ſonders mit Büchſen, Flinten und Meſſern bewaffnet waren. Selbſt einige Knaben von vierzehn oder fünfzehn Jahren trugen mit ſtol⸗ zem Selbſtgefühle ihr Feuergewehr auf der Schulter, und zwei oder drei Neger waren mit derſelben furchtbaren Waffe verſehen. Eine Abtheilung der Männer ritt voraus; ihr folgte in geringer Entfernung der Haufe der Frauen und Kinder auf Saumthieren oder ſtattlichem Hornvieh, das mit einer Menge werthvoller Geräth⸗ ſchaften beladen war, und den Beſchluß machte wiederum eine wohl⸗ bewaffnete Abtheilung von Männern, welche den Rücken der wehr⸗ loſen Auswanderer zu decken hatte. Alles zeigte von großer Vorſicht und einer beinahe militäriſchen Wachſamkeit, deren man allerdings in dieſen Wäldern, welche ſo leicht blutdürſtige Indianer in ihrem undurchdringlichen Dickicht bergen konnten, wohl bedurfte.

Man bemerkte übrigens jetzt, wo der Zug ſich einem ſicheren, wohlbefeſtigten Zufluchtsorte näherte, keine Spur von Aengſtlich⸗ keit oder Beſorgniß auf den Geſichtern der Auswanderer. Viel⸗ mehr ſchwebte ein frohes Lächeln auf Aller Lippen, das ſich zu dem Ausdrucke der höchſten Befriedigung ſteigerte, als nun die Pforten der Station geöffnet wurden, und die Bewohner derſelben heraus eilten, um den näher Kommenden eine Strecke Weges entgegen zu Gefahren der Wildniß. 1