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Aber auf der andern Seite wird mir der Leſer vielleicht meine eigne in der Einleitung gemachte Bemerkung entgegenſetzen, nach welcher ich keinen andern Zweck zu haben ſcheine, als den, ſtarke Bewegungen zu erregen, und das Vergnuͤgen aus den Empfindungen des Schauers und der Furcht*) hervorgehen zu laſſen.— I„†ch muß es geſtehen, auch dieſer Punkt iſt das Ziel meines literariſchen Ehrgeizes ge⸗ weſen, und ſollte man mich wohl deswegen ſtrenger beurtheilen, weil ich ſcherzhaft vorge⸗ geben habe, mit meiner bezauberten Feder in allem Ernſte die Leute fuͤrchten zu machen?— Nein, ich glaube im Gegentheil, daß man es mir Dank wiſſen werde, wenn ich meine Fi⸗ guren zuweilen auf gigantiſchen Stelzen gehen loſſe, um den Reiſenden deſto ſchreckhafter zu uͤberraſchen in meinen dunkeln Waͤldern und finſtern Hoͤhlen, in meinen einſamen verwünſch⸗ ten Schloͤſſern, oder in jenen labyrinthiſchen Gaͤngen und Gallerien, welche mit blutigen 2) Die Empfindungen der Furcht und des Schauers, haben nur dann etwas wenn die Geiſterwelt und die Ewigkeit das menſchliche Gemuth zu beruͤhren ſcheint, das geheimnißvolle Wehen aus dieſen Regionen bringt ein gewiſſes Schwanken zwiſchen angenehmen und unange⸗ nehmen Gefuͤhlen in der Seele hervor, welches
an ſich etwas Anziehendes und Intereſſantes
hat.— Jede andere Furcht iſt aber immer unangenehm. Anm. d. Ueberſ.


