Teil eines Werkes 
2. Bd. (1821)
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mond auf ſeinem ſilbernen Thron ſcheint ſich abſichtlich mit einigen Woͤlkchen bedeckt zu haben, um die Umgrmungen der beiden Liebenden zu

verſchleiern.

Dieſe Zuſ ammenkunfte werden fortgeſetzt;

Ehre und Schaam kommen nicht in Betrachtz nur die Liebe herrſcht in einem Gebiete, das ihrer Herrſchaft verſchloſſen ſeyn ſoll; und die

jungfräuliche Bluͤthe einer ausſchweifenden Ve⸗

ſtalinn verwelkt an der Schwelle des Tempels, der ſie auf immer beſchuͤtzen ſollte.

Eine Zeit lang ſchwimmt Palmira berauſcht in einem Meere von Wonne: die Arme aus⸗ breiten zum Empfang des Geliebten; ihn an ihren Buſen druͤcken, Schleier und Huͤlle ver⸗ geſſen, wenn ſeine verwegenen Hände, ſeine lei⸗ denſchaftlichen Begierden andringen, das waren die Zauberbilder des Traums, in welchem ſie

in ſeligem Vergeſſen aller andern Ruckſichten

hinlebte; aber ſchrechlich mußte das Erwachen aus dieſem Traume ſeyn.

Nach Verlauf einiger Monate erhob ſich unter ihren Augen das Monument ihrer Schwach⸗ heit; ihre zunehmende Leibesgeſtalt verrieth die naͤchtlichen Genüſſe, und das Gebaͤude ihres kurzen Gluͤck ſtuͤrzte ein, um toͤdtlicher Verle⸗ genheit Platz zu machen. Jetzt ſah ſie die

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