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und ihr mit dem auf den Mund gelegten Fin⸗ ger Stillſchweigen geboten hätte. Bei dieſer
Gelegenheit machte der ſpaͤhende Durvina die
Bemerkung, daß ein ſtarkes Gitter mit dichten Staͤben den Kreuzgang auf der weſtlichen Seite
des Kloſters verſchließe, und daß derſelbe Gang
durch kleine Fenſter von der Seite des Kuͤchen⸗ gartens erleuchtet werde. Da er vorher In⸗ genieur⸗Officier geweſen war, ſo fiel es ihm
nicht ſchwer, einen genauen Plan davon auf⸗
zunehmen, dem er ſeinem getreuen Lermes vor⸗ legte, indem er ihn uͤber die zu ergreifenden Maaßregeln zu Rathe zog.
Lermes vertraute ihm hiermit, daß er ein
unfehlbares Mittel kenne, ohne den Beiſtand eines Schloͤſſers, bloß durch Huͤlfe einer Uhr⸗
feder und eines Meſſers die ſtärkſten Eiſenbarren zu durchfeilen. Durvina findet dieſen verbre⸗ cheriſchen Gedanken vortrefflich, weil dadurch ſeine Liebe zu ihrem Zweck zu gelangen hofft; er ſchließt den Beſitzer dieſes Geheimniſſes mit Entzuͤcken in ſeine Arme. Alles wird verab⸗ redet; die Heiligkeit des Orts, der ehrwuͤrdige Charakter eines Kloſters ſind nichts in den Augen des verbrecheriſchen Liebhabers; die blinde Wuth der Leidenſchaft treibt ihn unauf⸗
haltſam uͤber die Grenzen der Ehre und der
Religion.— Es genuͤgt ihm nicht, der Un⸗ ſchuld einer Jungfrau nachzuſtellen, er ſucht Blut. Schatt. Zweit. Bd. 21
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