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ich dir immer theuer war, du mich immer tren liebteſt? o nun ſind alle meine Leiden vergeſſen, und das Gluͤck lächelt mir wieder.“
Von dieſem gluͤcklichen Augenblicke an iſt fuͤr unſere Nonne das Kloſter kein Kerker mehr, aus deſſen unerträglicher Gefangenſchaft nur der Tod befreien kann; nun lacht ihr das Leben wieder; der Altar der Gottheit, ihre Zelle, der Garten, die Blumen, die ſonſt unbeachtet verwelkten, kurz alles gewinnt eine freundliche Anſicht, alles bekleidet ſich mit den muntern Farben der Liebe, und das Bild des ſchoͤnen Oberſten tritt ihr allenthalben entgegen. Welche Oede verſchonert ſich nicht in den Augen einer leidenſchaftlich liebenden Frau!
Nachdem die erſten Momente des ſüßen Wahnſinns, womit die Ruͤckkehr der treuen Liebe gefeiert wurde, voruͤber ſind, fuͤhlt Pal⸗ mira freilich die Bitterkeit der Reue, und die quälenden Regungen des Gewiſſens; die Hei⸗ ligkeit ihrer kloͤſterlichen Pflichten erſchreckt ſie, und ſie ſieht mit Schaudern, daß ſie dieſelben ſchon übertreten hat; Ihr Verſtand macht ihr ſcharfe Vorwuͤrfe, und ihre Liebe iſt fortwäh⸗ rend von Unruhe und Beſorgniſſen begleitet; ſie zittert fur ihre Tugend, und brennt doch vor Verlangen den theuern Geliebten in ihre Arme zu ſchließen. In aͤngſtlicher Schlafloſig⸗


