Teil eines Werkes 
2. Bd. (1821)
Einzelbild herunterladen

220

Zorn, denn von den Geſetzen der Gaſtfreund⸗ ſchaft glaubt er ſich durch den Raub ſeiner Gattin entbunden; ja was noch mehr iſt, er hält ſich fur berufen an dieſem Tage die Ge⸗ ſetze, das Vaterland und die ganze Menſchheit zu raͤchen, und ſo zieht er ſofort ſeine Piſtolen aus ſeinem Guͤrtel und ſchießt ſie zugleich auf Domparelli's Bruſt ab.—

Das Echo toͤnt mit furchtbavem Getoͤſe dieſen in den winkeligen Theilen des Schloſſes vervielfachten Schuß zuruͤck; aber Domparelli, der unverletzbare Domparelli iſt ganz ruhig und lächelnd mitten in den Wolken von Pulverdampfe, die ſich vor ſeinem Geſichte zerſtreuen, ſtehen geblieben und indem er dem Marcheſe in der bezauberten Hand, die auf ſeine Perſon ab⸗ geſchoſſenen Kugeln hinreicht, ſpricht er ganz unbefangen:„Da nimm, Giacomelli, mach in „Zukunft einen weiſern Gebrauch davon, und

5 „ſtehe nun von der Verwegenheit ab, mich mit

„irdiſchen Waffen anzugreifen.“

Der Marcheſe verſtand nichts von dieſem

Wunder und zog ſich betreten und verzweiflungs⸗

voll zuruͤck; was aber ſein Herz am meiſten verwundete, war der Gedanke, ſeine geliebte, ſeine verehrte Laura den Ketten eines Boͤſewichts nicht entreißen zu koͤnnen. Als er uͤber die Zugbrucke zuruͤckkehrte, fand er verſchiedene von

———,—