Teil eines Werkes 
2. Bd. (1821)
Einzelbild herunterladen

——,—

215

deuttich leſen kann: Liebe und Hoffnung. Dieſe tröſtliche Schrift war beſtimmt fuͤr die unglückliche Laura, welche ſie aus ihren Fenſtern erblicken, leſen und daraus mit inniger Freude die Nähe ihres muthigen Gatten ſchließen konn⸗ te. Der Marcheſe verlor keinen Augenblick und war Tag und Nacht in Thaͤtigkeit, um ſeinen Sieg zu ſichern und den theuern Gegenſtand ſeiner Liebe aus den Haͤnden eines Boͤſewichts

zu erobern.

In dieſer beunruhigenden Lage verſam⸗ meln ſich alle Raͤuber in dem Saale des Mords um Domparellis Lehnſtuhl herum, umfaſſen ſei⸗ ne Knſe, und verlangen, von einem ploͤtzlichen Schrecken ergriffen, ſeine Befehle, indem ſie ihn als ihre einzige Stuͤtze betrachten⸗ In dieſem Momente oͤffnet der treue Frantzelli die Thuͤ⸗ ren, und kuͤndigt mit allen Zeichen des Ent⸗ ſetzens an, daß ſchon Haubitzen gegen das Schloß aufgefahren ſind, daß ein Theil der Infanterie ſich der Zugbruͤcke naͤhert, während ein ande⸗ rer in dem nahen Walde beſchaͤftiget iſt, Lei⸗

tern zu verfertigen, um die Feſtungswerke zu

erſteigen.

Bei allen dieſen Beweiſen der Unruhe und

der Furcht blieb Domparelli ruhig, und wie

von einem hoͤlliſchen Schutzgeiſte belebt, redet

er ſeine Genoſſen alſo an:„Elende, gemeine