Teil eines Werkes 
2. Bd. (1821)
Einzelbild herunterladen

—

205

waͤrts eilt, fuͤhlt er eine weiche Hand, welche die ſeinige ergreift, um ihn geheimnißvoll durch

die Dunkelheit zu leiten. Endlich verſchwindet

die Perſon, welche ihn fuͤhrte, und er ſteht ne⸗ ben einem roſenfarbenen Sopha, auf welchem unſere ſchoͤne Heldin ruhete, leicht umhuͤllt mit einem langen faltigen Gewand von Mouſſelin, welches mit goldnen Borden und feinen Per⸗ len reich beſetzt war.

Zur Erklaͤrung gewiſſer nachher vorkom⸗ mender Umſtaͤnde, macht es ſich noͤthig zu be⸗ merken, daß dieſes Sopha, eine Art von Lie⸗ besbett, auf einer Eſtrade etwas hoch ſtehend, abſichtlich ſehr ſchwach, gleichſam nur mit Halb⸗

ſchatten erleuchtet war, indem die Lichter mit

einer dreifachen Gaze umhuͤllt, nur bleiche und ungewiſſe Schatten auf die Gegenſtaͤnde war⸗ fen; auch ſchloß eine halbzirkelfoͤrmige Gallerie, aus Feſtons von Myrten und Weinlaub gebil⸗ det, das Sopha ein, wodurch man gehindert“ wurde der Gräfin von Cardini ganz nahe zu kommen. In der Folge dieſer Geſchichte wird ſich das Motiv dieſer geheimnißvollen Vorſichts⸗ maßregeln ergeben.

Bei dem Anblick dieſes reizenden Gegen⸗ ſtandes, dieſer halbentbloͤßten Reize, dieſes Bu⸗ ſens, der den Alabaſter an Weiße beſchämte, fuͤhlte ſich Domparelli, faſt von wahrer Liebe