Teil eines Werkes 
2. Bd. (1821)
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land unſicher gemacht haben; denn auch dieſes Ungeheuer huͤllte ſich nur zu haͤufig in den

Schleier der Nacht, um ſeine graͤßlichen Frevel⸗

thaten zu begehen.

Domparelli, von dem Volke Boca⸗Negra benannt, war zu Cremona von einer ehrlichen, aber niedern Familie geboren. Er ſtudirte zu Mailand, und wenn er hier ſeltene Talente entfaltete und fruhzeitig ein glänzendes Genie hervorſtechen ließ, ſo konnte man darin ſchon damals den Keim der verworfenſten Neigungen

entdecken. Sein Geſicht, obgleich ſchoͤn geformt,

verrieth nur zu deutlich, durch ein ſprechendes Geberdenſpiel, die Verdorbenheit ſeiner Seele und wenn wir wirklich, nach dem tiefſinnigen Syſteme Doctor Gall's, angeborne Ideen ha⸗ ben, wenn die Natur uns die Organe der gu⸗ ten und boͤſen Neigungen giebt, ſo trug Dom⸗ parelli ſonder Zweifel ſeit ſeiner zarteſten Kind⸗ heit die markirten Eindrucke ſeines verbrecheri⸗ ſchen Berufs.

Wir führen unſern Helden vor das Pu⸗ blikum in derjenigen Lebensepoche, wo er nach Beendigung ſeiner Studien, mit ausgebildeten phyſiſchen Kraͤften und einem in der Bluͤthe ſtehenden, unheilbringenden Geiſte zuerſt ſeine ungeheure Laufbahn begann. Wenn von der einen Seite er mit Vorliebe das Studium der

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