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179 mit ungezuͤgelter Wuth den groͤbſten Ausſchwei⸗ fungen zu uͤberlaſſen und nur zu oft gießen ſie Blut in die Schale ihrer verderblichen Wol⸗ luſt.— In dieſen Stunden— ich kann es nicht uͤbergehen; o, warum ruht dein Donner gerechter Himmel— in dieſen Stunden, ſage ich, be⸗ ſteigt der ehrloſe Ehebruch mit frecher Kuͤhn⸗ heit das hochzeitliche Bette des Freundes, deſ⸗ ſen ſchlangenartige Gattin heimlich auf Vergif⸗ tung denkt, zum Hohn menſchlicher und goͤtt⸗ licher Geſetze. So tragen die unfinnigen Sterb⸗ lichen, immer im Widerſpruche mit Gott und mit ſich ſelbſt, kein Bedenken, ihre nackten Ver⸗ brechen ſchamlos vor dem heiligen Auge des Himmels auszuſtellen, während ſie vor dem An⸗ blick ihrer lirdiſchen Richter zitternd erblaſſen. Sind denn die hoͤhern Geſtirne der Nacht da⸗ zu gemacht, um Verbrechern zu dienen, und ſenken ſie ihren matten Flimmer bloß deswe⸗ gen in die Finſterniß um dem Meuchelmoͤrder gleichſam das Licht zu halten, damit ſein Dolch das Ziel nicht verfehle?
Dieſe fuͤr die Menſchheit ſo niederſchlagen⸗ den Betrachtungen bilden einen natuͤrlichen Ue⸗ bergang zu den wunderbaren Abentheuern und unbegreiflichen Gaukeleien des beruͤchtigten Dom⸗ parelli, genannt Boca⸗Negra, eines der beru⸗ fenſten Raͤuber, welche jemals die Provinzen der Lombardei unter den Herzögen von Mai⸗
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