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Der Geheimerath laͤßt mich zu ſich bitten—
heute iſt die erſte Vorſtellung.. ſollte etwa Wil⸗ helmine 7. ich eile.. Da bin ich wieder.— Der Geheimerath hatte, Gott weiß wie? erfah⸗ ren, daß ich geſtern Abend mit einer Unbekann⸗ ten nach Hauſe gegangen, ſelbige die ganze Nacht bey mir behalten, und mit ihr dieſen Morgen weggefahreu war— nun ſollte ich mich verant⸗
worten. Zubor mußt Du wiſſen, daß mir Wil⸗
helmine ſchon auf der Treppe begegnet war; der Kammerherr gab ihr den Arm, ſie grußte mich kalt und ernſt, wie man einen ſtockfremden zu gruͤſſen pflegt, huͤpfte dann lachend und ſcher⸗ zend, ohne ſich einmal umzuſehen, zum Thore hinaus.— Sie will mich alſo kraͤnken— es muß wirklich weiter mit uns gekommen ſeyn, als ich's bis iezt vermuthete. Der ceremonidſe Ton des Geheimenraths fiel mir gleich auf, dies vermehrte die Erbitterung, die der Vorfall auf der Treppe in mir erregt hatte. Ich bemerkte, daß der gute Mann etwas auf dem Herzen hat⸗ te, und um die Art wie er ſich mittheilen woll⸗ te verlegen war— dies habe ich nie leiden kön⸗ nen, ſeine mißtrauiſche Verlegenheit vermehrte daher melne uͤble Laune um vieli, Endlich kam er doch näher— ich laͤchelte und faßte gleich
den Entſchluß zu— ſchweigen. Der ſchaͤndli⸗
che Verdacht, in dem ich bey ihm ſtand, und dies konnte ich ganz deutlich auf ſeinem Geſichte leſen, hatte dieſen Entſchluß bey mh unwidertuf⸗


