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ren? Eberhorſt iſt allmaͤchtig durch ſeinen Ein⸗ fluß auf die Fuͤrſtin, die ihren Gemahl unum⸗ ſchraͤnkt beherrſcht.— Wer ſteht mir dafuͤr, daß eben die Entdeckung dieſer Schandthat ſeine Ungnade bey ſeiner Beſchuͤtzerin befoͤrdern wuͤrde? — Wer kennt die Bande alle, durch die er ſie an ſich zu feſſeln wußte?— hier darf nichts gewagt werden— vor der Hand alſo— Ver⸗ borgenheit! George mußte noch eine Lohnkutſche beſtellen, die mit Tages Anbruch vor dem Stadt⸗ thor auf uns warten ſollte.
Ich habe ſie heute in ein kleines einſames Doͤrfchen gebracht, das am Ende des Parks el⸗ nes ſeit geraumer Zeit unbeſuchten fuͤrſtlichen Luſt⸗ ſchloſſes liegt.— Sie hat dort eine ſehr artige Wohnung, und ich kann auf den Eigenthuͤmer, ein alter Diener meines Vaters, mich ganz ver⸗ laſſen. Dort, ſollt' ich denken, iſt ſie einſtwei⸗ len vor allen Nachſtellungen ſicher. Den Kut⸗ ſcher hatte ich ſchon am Schloſſe abgefertigt; ſo eben komme ich zu Fuße zuruͤck.— Ich habe ſchon daran gedacht, ob ich nicht den Kammer⸗ herrn zwiſchen vier Augen ſprechen und ihm mit einer Audienz bey der Fuͤrſtin, die er nicht ver⸗ hindern kann, drohen ſollte— aber was huͤlf' es? die einzige Genugthuung, die er dem Maͤd⸗ chen geben kann, muͤßte ſie doch erfahren?— noch kann ich keinen feſten Sn faſſen.— Wilh. v. Roſen a h.


